Österreich: Kind (9) geht in den Garten zum Spielen – wie Nachbarn darauf reagieren, macht wütend

Ein Kind betritt den elterlichen Garten. Was es dann durch Nachbarn erleben muss, ist unfassbar. (Symbolfoto)
Ein Kind betritt den elterlichen Garten. Was es dann durch Nachbarn erleben muss, ist unfassbar. (Symbolfoto)
Foto: imago images/Cavan Images

Es ist ein Vorfall, der unfassbar wütend macht. Den man kaum glauben kann. Und doch soll es genauso in einem Garten in Österreich passiert sein.

Vor rund zwei Wochen ist Manuel E.* (*Name geändert) zum Briefkasten gegangen, hat dort einen Zettel gefunden. Der Absender sei „Die Hausgemeinschaft“. Auf dem Zettel hat gestanden: E. soll „seinem Sohn Beruhigungsmittel geben, damit dieses laute, tierische Geheule ein Ende hat“.

Garten: Vater geht mit Sohn raus – Nachbarn reagieren unmöglich

Hintergrund: Sein Sohn (9) ist Autist. Manuel E. zum österreichischen News-Portal „Heute“: „Er kommuniziert anders als andere Kinder – in Lauten.“ Es würde weitere Schikanen geben: Immer, wenn das Kind zum Spielen in den Garten geht, wird er von einem Nachbarn aus einem oberen Stockwerk mit Wasser angeschüttet.

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Das ist Autismus:

  • eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die als Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert wird
  • tritt in der Regel vor dem dritten Lebensjahr auf
  • zeigt sich bei Problemen beim sozialen Umgang und Austausch
  • Auffälligkeiten bei sprachlicher und nonverbalen Kommunikation (z.B. Blickkontakt)
  • ist nicht heilbar, kann aber durch frühe Behandlung abgemildert werden
  • berühmte Autisten: Albert Einstein, Greta Thunberg, Wolfgang Amadeus Mozart, Winston Churchill

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Es ist inzwischen so weit, dass Manuel E. den Neunjährigen kaum noch in den Garten lässt. Der Vater erklärt: „Ich muss ihn sogar beim Sprechen bremsen, ihm sagen, dass er ruhig sein muss. Ist er laut, schicken mir die Nachbarn eine Sozialarbeiterin vorbei. Erst vor zehn Tagen war jemand bei uns, stellte aber fest, dass alles in Ordnung ist.“

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Jetzt überlegt Manuel E. rechtliche Schritte, hat bereits die Hauseigentümerin kontaktiert. Elke Hanel-Torsch, Wien-Chefin der Mietervereinigung, gibt „Heute“ eine Einschätzung ab: „Selbstverständlich darf ein Kind mit Autismus in keiner Form diskriminiert werden. Die Zeiten, in denen Kinder mit besonderen Bedürfnissen weggesperrt wurden, sind zum Glück vorbei. Generell ist typischer Kinderlärm von den Nachbarn zu dulden. Als unzulässig beurteilen die Gerichte jedoch ganztägigen Lärm – dem sollten Eltern nach Möglichkeit Einhalt gebieten.“

„Nicht nur beschämend, sondern auch ein Kündigungsgrund“

Es macht unfassbar wütend, wenn man hört, wie Nachbarn ein Kind so drangsalieren. Zudem kommt hinzu, dass der Junge im Sommer nur drei Wochen und sonst nur jedes zweite Wochenende beim Vater ist. Sonst wohnt er bei der Mutter. Hanel-Torsch zu „Heute“: „Nachbarn, die ein im Garten spielendes Kind mit Wasser beschütten, sind nicht nur beschämend, sondern setzen auch einen Kündigungsgrund. Es handelt sich hierbei um sogenanntes unleidliches Verhalten.“

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Bleibt zu hoffen, dass es bald wirklich so kommt. Und dass der Sohn von Manuel E. sich im Garten ungestört austoben kann. (mg)

 
 

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