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Galeria Kaufhof Karstadt: Kahlschlag nur der Anfang? Diese Ankündigung lässt jetzt alle Mitarbeiter zittern

Galeria Kaufhof Karstadt will 52 Warenhäuser schließen. Doch darum müssen auch die Mitarbeiter in den verbliebenen Filialen weiter zittern.

Galeria Kaufhof Karstadt

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Seit Montag (13. März) herrscht bei Galeria Kaufhof Karstadt traurige Gewissheit. 52 der verbliebenen 129 Warenhäuser machen dicht. (Welche Filialen deutschlandweit betroffen sind, liest du hier >>>) Damit ist klar, dass tausende Angestellte des Traditionsunternehmens mit Sitz in Essen ihre Arbeitsplätze verlieren.

Der Warenhausriese selbst spricht von 4.000 Betroffenen. Der Gesamtbetriebsrat hingegen befürchtet, dass weit über 5.000 Mitarbeitende ihre Jobs verlieren werden. Verdi kündigte im Gespräch mit dieser Redaktion an, um jeden Arbeitsplatz kämpfen zu wollen (mehr hier). Doch es könnte sogar noch schlimmer kommen.

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Galeria Kaufhof: Tod auf Raten?

Seit Beginn des zweiten Schutzschirmverfahrens innerhalb von drei Jahren, mussten die Mitarbeiter bei Galeria Kaufhof zittern. Konzernchef Miguel Müllenbach hatte angekündigt, dass mindestens ein Drittel der Filialen geschlossen werden müssen. Nun sind es weitaus mehr. „Dies ist ein rabenschwarzer Tag“, erklärte der Gesamtbetriebsrat am Montag. Die Krise sei nicht nur mit der Corona-Pandemie und den Folgen des Ukraine-Krieges zu begründen, sondern auch an hausgemachten Fehlern.

So sieht es auch Axel Faix. Im Gespräch mit dieser Redaktion sagte der Wirtschaftsexperte an der Fachhochschule Dortmund Ende vergangenen Jahres, dass die Warenhauskette im Wettbewerb mit dem Online-Handel das Nachsehen hat: „Dessen Stärken aufzuholen, ist schwierig, denn man hat keine jahrelange Erfahrung wie Amazon, Zalando und andere.“ Seine Worte dürften alle Mitarbeiter zittern lassen: „Die Warenhaus-Situation in Deutschland wird immer prekärer, die ganze Branche ist im Endspiel. In spätestens 30 Jahren wird es Warenkaufhäuser nicht mehr geben.“

Droht Galeria Kaufhof schon jetzt der Kollaps?

Galeria Kaufhof habe zwar als letzter großer Warenhaus-Player noch Chancen, müsse sich aber auf seine attraktivsten Filialen konzentrieren, sagte Axel Faix im November. Genau in die will der Konzern jetzt investieren. So sollen die verbliebenen 77 Filialen dem Insolvenzplan zufolge in den kommenden drei Jahren umfassend modernisiert werden. Dabei sollen Flächen verkleinert werden und auch an den verbliebenen Standorten weiteres Personal abgebaut werden. Nach der Modernisierung will sich Galeria Kaufhof vor allem auf die Bereiche Bekleidung, Schönheitspflege und Wohn-Accessoires konzentrieren. Dazu sollen die einzelnen Filialen mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten bekommen. „Das Warenhaus in Deutschland hat damit eine Zukunft“, widerspricht Galeria-Chef Miguel Müllenbach damit dem Experten. Doch kommt es überhaupt dazu?


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Denn noch ist der Neustart nicht durchgewunken. Erst muss die Gläubigerversammlung am 27. März in Essen grünes Licht für das Maßnahmenpaket geben. Sollte der Insolvenzplan abgelehnt werden, droht Galeria Kaufhof das sofortige Aus! (mit dpa)