Edeka: Kundin entdeckt DIESE Geburtstagskarte – „Rassismus!“

Bei Edeka entdeckt eine Kundin eine Karte, die sie für rassistisch hält. Auf Facebook stellt sie das Unternehmen zur Rede.
Bei Edeka entdeckt eine Kundin eine Karte, die sie für rassistisch hält. Auf Facebook stellt sie das Unternehmen zur Rede.
Foto: imago images / localpic; Screenshot Facebook; Montage DER WESTEN

Seit dem Tod von George Floyd ist das Thema Rassismus auf der ganzen Welt präsenter wie lange nicht. Bei Edeka entdeckt eine Kundin eine Karte, bei der sie rassistische Züge feststellt und stellt Edeka zur Rede.

In den USA und auch in Deutschland gehen die Menschen auf die Straße, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Aktuell schauen wir alle genauer hin.

Edeka-Kundin: „Ich war geschockt“

So auch Edeka-Kundin Anne-Kathrin C. Als sie in Kaiserslautern einen Markt besucht, fällt ihr eine Geburtstagskarte auf, die für sie eindeutig rassistische Merkmale hat. Sie stellt auf Facebook das Unternehmen zur Rede.

Sie schreibt: „Hey Edeka, findet ihr diese Karte gut? Repräsentiert sie Edeka? Ich war geschockt und habe mich an eine Mitarbeiterin gewandt. Diese war ähnlich überrascht und geschockt wie ich. Sie erklärte mir, dass die Firma Horn die Karten liefert und einräumt. Auf meine Bitte hin, diese aus dem Regal zu nehmen, sagte sie, das könne nur ein Marktleiter entscheiden.“

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Das ist Edeka:

  • Edeka wurde 1907 in Leipzig gegründet
  • Der Name Edeka ist eine Abkürzung für „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin“
  • Edeka hat 381.000 Mitarbeiter (Stand 2019)
  • Im Jahr 2019 betrug der Umsatz von Edeka 55,7 Milliarden Euro

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Die Kundin lässt nicht locker und stellt den stellvertretenden Marktleiter zur Rede. Der sieht kein Problem und sagt: „Das ist ein Chinese, ja und?“

Doch auf der Karte ist nicht einfach ein Foto eines Chinesen zu sehen, sondern eine gelbe Maus, die mit ihren Händen ihre Augen zu Schlitzen formt. Dazu der Spruch: „Ein altes chinesisches Sprichwort sagt…“ Im inneren der Karte folgen chinesische Schriftzeichen und auf Deutsch dann: „Alles Gute zum Geburtstag.“

Das erläutert die Edeka-Kundin auch dem Markleiter. Sie schreibt weiter: „Irgendwie hat er das Problem dann schon erkannt, meinte aber – nach einer Rede, wie viel schlimmes gerade auf der Welt passiert und dass er nicht ‚auf jede Kleinigkeit‘ eingehen könne – es sei die Entscheidung der Firma Horn. Er hätte damit nichts zu tun, würde aber die Firma kontaktieren und ich könnte bei ihm wieder nachfragen.“

Edeka will den Fall prüfen

Anne-Kathrin fragt die anderen Facebook-Nutzer, ob sie richtig gehandelt habe. Sie ist sich sicher: „Rassismus ist echt, Rassismus ist präsent. Und wenn es ‚nur‘ eine Grußkarte ist. Wie man damit umgeht, zeigt dennoch wo man steht.“

Über 100 Nutzer kommentieren den Post auf der Edeka-Facebookseite. Die meisten finden die Reaktion der Kundin übertrieben:

Hier einige Kommentare:

  • „Ich finde es auch lustig. Habe diese Karte einem chinesischen Kollegen gezeigt und selbst der hat geschmunzelt.“
  • „Man kann es treiben aber auch übertreiben. So eine Karte mit einer chinesischen Maus ist lustig und nicht rassistisch!“
  • „Ich sehe keinen Rassismus!! Wer sich über diese Karte aufregt und den Ärger postet, hat wohl sehr viel Zeit und Langeweile!“
  • „Also manche Leute haben Sorgen ehrlich. Unglaublich. Es gibt schlimmere Dinge auf dieser Erde als so eine dämliche Karte.“

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Doch Nicole W. setzt sich für die Edeka-Kundin ein: „Wow, ich finde es wirklich erschreckend wie auf dieses Posting reagiert wird. Anscheinend wird hier kein bisschen erkannt, um was es geht und scheinbar ist es für alle ganz selbstverständlich, dass Chinesen beispielsweise. ‚gelb‘ sind. Genau das ist das Problem. Es geht darum, dass Menschen stereotypisiert dargestellt werden“

Edeka selbst hat sich zu der Karte auch geäußert. Das Unternehmen schreibt aber nur, dass es den Fall prüfen würde. Auf Anfrage dieser Redaktion sagt Edeka, dass sie sich mit die Kollegen der betroffenen Region verbinden werden und den Vorgang prüfen. Was unternommen wird, ist noch unklar. Es wird noch etwas Zeit beanspruchen.

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Edeka versichert: „Grundsätzlich möchten wir an dieser Stelle aber schon einmal deutlich machen: Edeka lehnt jede Form der Diskriminierung, zum Beispiel hinsichtlich Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung entschieden ab.“

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Doch die Kundin gibt nicht auf: „Ich hoffe auf ein Statement, das sich gegen Rassismus ausspricht. Bisher hat Edeka außer mit einer Standard-Antwort nicht reagiert, auch nicht auf meine Nachfrage per Nachricht. Schwach, Edeka, schwach.“ (ldi)

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