Coronavirus: Heftige Szenen in der Türkei! Erdogan verkündet Ausgangssperre – Zeitpunkt macht fassungslos

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Istanbul. Wegen des Coronavirus herrscht spätestens seit gestern Abend der absolute Ausnahmezustand in der Türkei. Eine drastische Entscheidung von Präsident Recep Tayyip Erdogan sollte dann für wilde Panik in der Bevölkerung sorgen.

So hat die türkische Regierung für dieses Wochenende ein Ausgangsverbot für 31 Städte verhängt, um das Coronavirus einzudämmen. Der Zeitpunkt sollte sich allerdings als äußerst verheerend erweisen.

Coronavirus: Erdogan-Maßnahme löst Panik in der Türkei aus

So verkündete das Innenministerium die Ausgangssperre in einem Tweet erst knapp zwei Stunden vor Mitternacht (Ortszeit). Weil zunächst Details der Ausgangssperre unklar waren, setzte in Istanbul sofort Panik ein.

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Die Menschen in Istanbul strömten auf die Straßen, um sich mit Einkäufen einzudecken. Videos bei Twitter zeigen lange Schlangen und dichtes Gedränge vor Supermärkten, Bäckereien und kleinen Shops. Es sind perfekte Bedingungen für das Coronavirus.

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Der Oppositionsbürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu, prangerte etwa an, dass die Maßnahme zu kurzfristig und knapp kommuniziert gewesen sei. Die Stadtverwaltung sei nicht informiert gewesen. Es sei nicht einmal bekannt, welche Dienstleistungen die Stadt am Samstag anbieten könne.

Das bedeutet die Ausgangssperre in der Türkei

Dem Tweet des Innenministeriums war zunächst nur zu entnehmen, dass die Ausgangssperre ab Mitternacht bis Mitternacht in der Nacht zu Montag gelte und auch die Städte Ankara, Izmir, Antalya und Istanbul beträfe.

Details zur Ausgangssperre sollten erst nach und nach veröffentlicht werden. Süleyman Soylu rief der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge zur Ruhe auf. Kein Grund für Hamsterkäufe

Laut dem Innenminister gebe es keinen Grund für Panikkäufe

Kein Grund für Hamsterkäufe

So seien Bäckereien am Samstag geöffnet sein und dürften ihre Waren dann ausliefern. Auch Kliniken, Apotheken sowie Institutionen und Firmen, die bestimmte öffentliche Dienstleistungen anbieten, sollen offen bleiben.

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Die Bevölkerung dürfte außerdem auch zu Beerdigungen von Verwandten ersten Grades gehen. Unsicherheit herrschte weiter darüber, ob Hundehalter mit ihren Tieren Gassigehen dürften.

So hoch sind die Infektionszahlen in der Türkei

Die Türkei hat bisher rund 47.000 Infektionsfälle gemeldet. Die Zahl der Todesopfer stieg am Freitag über 1.000.

Corona NRW (13.3.)
Corona NRW (13.3.)

Eine Ausgangssperre galt bereits für Menschen ab 65, chronisch Kranke und jüngere unter 20. Bisher. Außerdem gab es vor der Verkündung am Freitag schon diverse andere Corona-Maßnahmen. Unter anderem wurden Schulen und Universitäten, Cafés und Bars geschlossen und gemeinsame Gebete in Moscheen verboten.

Intensivbetten werden knapp

Zuvor schlugen Experten Alarm, dass die Betten auf Istanbuler Intensivstationen wegen der Corona-Krise knapp werden.

„In Istanbul gibt es 4.600 Intensivbetten und in nur zwei bis drei Tagen waren bereits 80 Prozent davon belegt“, sagte Sinan Adiyaman. Der Chef der Türkischen Ärztevereinigung TTB warnte davor, dass sich die Lage noch zuspitzen werde. (ak mit dpa)

 
 

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