Coronavirus: Hochrisiko-Patient wütend – „Rote Linie überschritten“

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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Ein Leben in Quarantäne – ohne konkrete Aussicht auf ein Ende...

Noch immer wütet das Coronavirus in Deutschland, bundesweit sind laut der renommierten Johns-Hopkins-Universität mehr als 8.500 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Nach wie vor ist das tückische Coronavirus für Hochrisiko-Patienten äußerst gefährlich. Einer von ihnen ist Benni Over (29) aus der kleinen Gemeinde Niederbreitbach (Rheinland-Pfalz) – und was er durchmacht, ist zum einen vorbildlich, zum anderen unfassbar!

Coronavirus: Hochrisiko-Patient seit Februar in Selbst-Quarantäne

Benni Over sitzt im Rollstuhl, muss beatmet werden. Er ist ein Intensivpflegefall, und seit einer schweren Lungenentzündung gilt er bei einer Covid-19-Ansteckung als äußerst gefährdet. Sein Vater Klaus (61) zu dieser Redaktion: „Wir haben uns seit Rosenmontag (24. Februar) in freiwillige Quarantäne begeben, um Benni zu schützen. Meine Frau Cornelia und ich kümmern uns seit dieser Zeit um Benni.“

Benni wird täglich von einem Intensivpflegedienst behandelt, wegen der Quarantäne-Situation sind die Pflegekräfte allerdings nicht mehr im Einsatz. Mutter Cornelia hat zudem die für Benni wichtigen und täglichen Therapien übernommen. Dabei werden die Therapeuten online zugeschaltet. Der Einkauf wird von Nachbarn, Freunden und Familienmitgliedern erledigt.

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Klaus Over: „Es war ein Kampf um Schutzhandschuhe und Desinfektionsmittel“

Klaus Over erzählt weiter: „Wir waren gerade in den ersten Wochen in einer sehr angespannten Situation. Wir sind wie viele andere Menschen auch nicht an Schutzhandschuhe und Desinfektionsmittel gekommen, die für die Behandlung von Benni notwendig sind. Die Hamster-Käufe haben ihr Übriges getan.“

Wegen des schönen Wetters könne man jetzt wenigstens in den Garten. „Und seit Mitte Mai empfangen wir auch wieder Besuch, wenn auch unter Einhaltung des Mindestabstands und mit Mund-Nasen-Schutz.“

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Familie Over wünscht sich mehr Unterstützung der Politik, kritisiert, dass „nur“ ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen als Risiko-Patienten gelten. Klaus Over dazu: „Es gibt knapp acht Millionen anerkannte Behinderte in Deutschland. Über die spricht öffentlich niemand. Stattdessen müssen wir betroffene Familien selbst zusehen, wie wir uns über Wasser halten.“

Betroffener Benni: „Da ist die rote Linie überschritten worden“

Auch Benni selbst ist enttäuscht über die vermeintlich fehlende Unterstützung der Politik: „Ich will die Probleme von Eltern nicht kleinreden. Aber mir kommt es merkwürdig vor, wenn sie sich in TV-Runden über ihre Doppelbelastung mit Home-Office und Home-Schooling auslassen dürfen, wir dagegen schlicht vergessen werden. Da ist bei mir persönlich die rote Linie überschritten worden.“

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Wie lange dieses Leben in Quarantäne weitergeht, ist für Klaus Over klar: „Wir müssen da durch, bis der Impfstoff da ist. Wenn sich Benni mit dem Coronavirus infizieren sollte, sei das laut Ärzte sein sicherer Tod. Menschen wie Benni fallen aktuell ohne Unterstützung durchs Rost. Darum müssen wir auch auf ihre Situation aufmerksam machen.“

 
 

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