Coronavirus: Drama in Brasilien! SIE leiden derzeit besonders

Coronavirus: Brasilien gehört zu den Ländern, die weltweit am stärksten von der Corona-Krise betroffen sind.
Coronavirus: Brasilien gehört zu den Ländern, die weltweit am stärksten von der Corona-Krise betroffen sind.
Foto: imago images / ZUMA Wire

Brasilien. Die Corona-Situation in Brasilien wird immer dramatischer. Mittlerweile liegt das Land bei den Infektionszahlen weltweit auf dem dritten Rang hinter den USA und Russland. Von Montag auf Dienstag wurden erstmals mehr als tausend Todesopfer innerhalb von 24 Stunden verzeichnet.

Doch nicht nur die Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro sind stark betroffen. In den Amazonas-Regionen sollen bereits bei 38 indigenen Völkern Corona-Fälle aufgetreten sein, meldet die Vereinigung der Ureinwohner „Apib“.

Coronavirus: Brasiliens Ureinwohner sind der Krankheit schutzlos ausgeliefert

„Apib“ warnt eindringlich, dass sich das Coronavirus mit „beängstigender Geschwindigkeit“ in allen Gebiten der Ureinwohner ausbreite. Schon in der Vergangenheit hätten die indigenen Stämme unter eingeschleppten Krankheiten schwer gelitten. Ohne ausreichenden medizinischen Schutz sind die brasilianischen Ureinwohner dem Virus schutzlos ausgeliefert.

„Apib“ zufolge haben sich mehr bereits als 440 Ureinwohner mit dem Virus angesteckt, 92 seien daran gestorben – darunter auch Messias Kokama, das Oberhaupt des Stammes „Parque das Tribos“, berichtet die „Bild“.

Zudem beklagt die NGO „Survival International“ eine weitere Problematik, die mit der Pandemie einhergeht. Sie beschuldigt die brasilianische Regierung, es illegalen Holzfällern und Goldschürfern zu erlauben, in die Gebiete der Ureinwohner vorzudringen.

Experten vermuten hohe Dunkelziffer bei Corona-Zahlen

Die Gesamtzahl der offiziell gezählten Todesfälle in Brasilien stieg damit auf 17.971. Die Zahl der verzeichneten Infektionen liegt dem Ministerium zufolge bei 271.628. Nach Schätzungen von Experten könnten diese Werte jedoch um das 15-fache höher – sie vermuten eine gewaltige Dunkelziffer, da es in Brasilien nur in relativ geringem Umfang Corona-Tests gibt. Der Höhepunkt der Ausbreitung wird erst für Juni erwartet.

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Dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wird vorgeworfen, die Corona-Krise in seinem Land herunterzuspielen. Er bezeichnete Covid-19 in der Vergangenheit als „kleine Grippe“. Die von brasilianischen Bundesstaaten verhängten Corona-Restriktionen kritisiert Bolsonaro immer wieder massiv wegen ihrer negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft. (at)

 
 

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