Krankenschwester kümmert sich um Corona-Patienten – was dann im Supermarkt passiert, ist unfassbar „Ich war entsetzt!“

Corona-Zeit und Ostern: Sind Ausflüge überhaupt erlaubt?

Auch an Ostern gelten die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Besuch des eigenen Ferienhauses, Tagesausflüge, Eiersuchen im Freien ... Was ist für die Feiertage eigentlich erlaubt und was nicht?

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Es ist ein unfassbarer Vorgang in der Coronavirus-Krise – so skandalös, dass man es sich kaum vorstellen kann...

Politiker danken dem Personal in Krankenhäusern, der bayrische Ministerpräsident Markus Söder verspricht einen Pflegebonus und viele applaudieren für systemrelevante Berufe von ihren Balkonen. Doch manche Pflegekräfte haben auch das Gegenteil von Wertschätzung erlebt. So auch Intensivpflegerin Melanie Becker* (Name geändert), die für die „Zeit“ geschildert hat, wie sie ausgegrenzt wurde – und das nur, weil sie sich um einen Corona-Patienten aus Italien kümmert.

Krankenschwester kümmert sich um Corona-Patienten - was dann passiert, ist unfassbar

Melanie Becker ist seit rund 15 Jahren Intensivpflegerin in einem Krankenhaus in Deutschland, das sich hauptsächlich um Unfallopfer kümmert. Weil aber immer mehr Patienten Coronavirus-Symptome gezeigt hatten, hat die Klinikleitung entschieden, eine Corona-Station einzurichten. Es wurden auch Patienten aus Italien aufgenommen, die beatmet werden. Dort arbeitet Melanie Becker seit zwei Wochen.

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Sie schildert, dass ihre Arbeitsbelastung enorm gestiegen sei, sie kaum noch Zeit für ihre Patienten habe und viel Zeit verloren geht, wenn sie permanent die Schutzkleidung wechselt. Die Pflegerin schreibt: „Ich arbeite heute mehr als vor der Krise, es werden bei uns so gut wie keine Operationen abgesagt oder verschoben.“

Sie wolle daraus aber kein Drama machen, sie arbeite gern und habe Verständnis für diese Ausnahmesituation.

Coronavirus im Ruhrgebiet
Coronavirus im Ruhrgebiet

Supermarkt-Kundin beschwert sich: „War sprachlos!“

Geschockt war sie dann aber aufgrund einer Situation außerhalb des Krankenhauses. Sie ist nach der Arbeit zum einzigen großen Supermarkt in der Nähe ihres Heimatortes gegangen. Dann ist DAS passiert:

„Nach nur wenigen Minuten da drin beschwerte sich eine Kundin. Sie erkannte mich und wusste, dass ich in dem großen Klinikum angestellt bin. Die Bekannte sagte dem Sicherheitsdienst, dass ich in dem Krankenhaus arbeite, in dem die italienischen Patienten aufgenommen wurden. Ich war sprachlos.“

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Und weiter: „Minuten später umzingelte mich die Security und begleitete mich aus dem Laden heraus. Ich wurde tatsächlich aus dem Supermarkt geworfen. Ich war entsetzt, konnte es nicht glauben. Wie soll ich denn sonst meine Familie versorgen?“ Diesen Supermarkt würde sie nicht mehr betreten, sie fahre lieber weiter.

„Nachbarn wechseln die Straßenseite!“

Doch auch der Umgang ihrer Mitmenschen habe sich nicht verschlimmert. „Auf der Straße grüßt mich kaum noch jemand, wenn ich durch unser Dorf spaziere. Viele halten noch mehr Abstand zu mir, als die empfohlenen 1,5 Meter. Ein Mann aus dem Dorf rief letztens sogar seinen Hund zu sich, damit er nicht mit meinem spielt wie sonst immer. Nachbarn grüßen nicht mehr oder wechseln sogar die Straßenseite. Es ist absurd und macht mich traurig.“

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Umso mehr hoffen sie und ihre Kollegen, die ähnliche Erfahrungen machen, dass die Corona-Krise schon bald ein Ende findet oder sich zumindest beruhigt. Melanie Becker: „Egal, wie sich das in den kommenden Tagen entwickelt, für mich ist klar: Auf die ganzen Danksagungen in den Medien kann ich schon jetzt verzichten, wenn ich in meinem Ort wie eine Aussätzige behandelt werde.“

Ein Rechtsmediziner hat sich jetzt zu den Todeszahlen wegen des Coronavirus geäußert. Was er zu sagen hat, liest du hier >>> (mg)

 
 

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