Coronavirus: Zum Glück! DARUM sind Kinder kaum gefährdet

Ein kleiner Junge bei der Kinderärztin. Mediziner forschen aktuell, warum Kinder und Babys nicht vom Coronavirus gefährdet sind. (Symbolfoto)
Ein kleiner Junge bei der Kinderärztin. Mediziner forschen aktuell, warum Kinder und Babys nicht vom Coronavirus gefährdet sind. (Symbolfoto)
Foto: imago images / Westend61

Das Coronavirus wütet und wütet, weltweit sind offiziell bislang über 3500 Menschen an der tückischen Lungenkrankheit ums Leben gekommen.

Dass dabei ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen eher gefährdet sind, gilt inzwischen als sicher. Doch wie sieht die Gefahrenlage bei Babys und Kindern aus?

Zwar können sie wie alle anderen angesteckt werden und so das Coronavirus übertragen. Doch gesunde Kinder entwickeln in der Regel keine oder (wenn überhaupt) nur schwache Symptome. Wie kommt das?

Coronavirus: Warum Babys und Kinder ungefährdet sind

Kinderärzte und Virologen wollen diese Frage klären. Der britische Infektiologe Dr. Andrew Freedman von der Cardiff University zieht Vergleiche mit anderen Viruserkrankungen, in denen das ebenfalls der Fall ist. So zum Beispiel bei der Epstein-Barr-Infektion, die bei Kindern harmlos verläuft, bei älteren Menschen dagegen das Pfeiffersche Drüsenfieber verursacht. Weshalb genau, ist bis heute ungeklärt.

Eine These, warum das Coronavirus bei Babys und Kindern zum Glück nicht zur Entfaltung kommt, könnte laut Kinderärzten daran liegen, dass das Virus an spezielle Rezeptoren andocken muss. Das scheint es bei der jüngsten Zielgruppe kaum zu schaffen.

Reinhard Berner, Leiter der Pädiatrischen Infektiologie der Uniklinik Dresden, meint gegenüber dem „SWR“, dass diese Rezeptoren bei jungen Menschen möglicherweise noch nicht so weit entwickelt sind. Deshalb könne sich das Virus nicht richtig festsetzen und Entzündungsreaktionen auslösen.

Virus will an Rezeptoren andocken, die bei Kindern kaum entwickelt sind

Dafür spreche auch, dass Kinder das Virus deutlich länger als Erwachsene ausscheiden würden, ihr Körper versuche also, das Virus vergleichsweise gemächlich loszuwerden – wohl deshalb, weil der kindliche Körper das Coronavirus als nicht besonders gefährlich einstufe.

Auch aus Tierversuchen ist bekannt, dass in Jungtieren die Rezeptoren für manche Erreger noch nicht ausgebildet sind, weshalb sie schlicht an einigen Krankheiten nicht erkranken würden, obwohl ihre erwachsenen Artgenossen betroffen waren.

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Der Coronavirus in NRW, Deutschland und weltweit:

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Sind Babys sogar völlig immun?

Auch Berner beschreibt, dass Kinder unter zehn Jahren, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind, überhaupt keine Symptome zeigen würden. Und bis Anfang 20 zeigen junge Erwachsene auch nur milde Verläufe der Lungenkrankheit. Nach Berners Stand würde er deshalb Babys nicht von einer infizierten Mutter trennen.

Er gehe davon aus, dass das Baby schlicht nicht am Coronavirus erkranken würde. (mg)

 
 

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