Corona-Warnapp: Kein Ergebnis nach 3 Wochen - warum ich laut der App immer noch in Quarantäne wäre

Coronavirus: Diese Symptome sprechen für COVID-19

Coronavirus: Diese Symptome sprechen für COVID-19

Zahlreiche Menschen auf der Welt haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind Frauen und Männer von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer als Frauen. Es gibt einige Symptome, die auf eine mögliche Infektion hinweisen können.

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  • Ein Erfahrungsbericht von Reporter Marcel Storch

Sie galt als der Hoffnungsträger in der Coronakrise - die Corona-Warnapp! Mit der App sollten Infektionsketten nachvollzogen, Kontaktbeschränkungen überflüssig werden. 69 Millionen Euro soll die Corona-App schlussendlich kosten. So zumindest rechnet es das Finanzministerium vor.

Doch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nannte sie schon einen „zahnlosen Tiger“. Warum? Dieser Erlebnisbericht ist ein Beispiel dafür, warum die gut gemeinte App hier und da nach wie vor hakt.

Corona-Warnapp: Das Ergebnis lässt auf sich warten

Am 15. Oktober bin ich aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückgekehrt, habe mich am Flughafen Dortmund einem Corona-Test unterzogen. Das Prozedere nach der Landung war erstaunlich gut organisiert. Ein Zettel mit persönlichen Daten erhielt man bereits an Bord des Fliegers und gab diesen am Passkontrollen-Schalter ab. Hier gab es noch einmal alle Informationen auf einem Überblicksblatt.

Weiter ging es zur Teststelle für Rückkehrer aus Risikogebieten, die bis zum 31. Oktober von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe betrieben wurde. Sie befand sich direkt am Ausgang des Terminals, die Abwicklung schnell und einfach. Dort erhielt ich einen Zettel mit der Erklärung, wie ich das Ergebnis meines Corona-Tests abrufen könne. Ein Weg neben dem Abruf über den Online-Browser ist die Corona-Warnapp.

Cool, dachte ich. Als einer von rund 20 Millionen Nutzern der App registrierte ich meinen Test mithilfe eines QR-Codes und hoffte auf schnelle und vor allem negative Rückmeldung.

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Postbenachrichtigung vor Ergebnis in Corona-Warnapp

Doof nur: Auf das Ergebnis warte ich bis heute. Hätte ich allein auf die Corona-Warnapp vertraut, säße ich auch drei Wochen später noch in Quarantäne. Denn als ich nach fünf Tagen bei Aktualisierung der App noch kein Testergebnis vorliegen hatte, versuchte ich es klassisch über den Browser.

Ich tippte den Code ein - und tatsächlich lag das Ergebnis bereits nur einen Tag nach meinem Test schon vor. Negativ! Zum Glück! Wenige Tage später erhielt ich die Bestätigung dessen auch per Post. Doch in der Corona-Warnapp warte ich noch immer auf ein Ergebnis.

Wie kann das sein, fragte ich mich? Und ist die Corona-Warnapp angesichts dessen überhaupt vertrauenswürdig? Ich habe beim Gesundheitsministerium nachgefragt. Zu meinem konkreten Fall könne man nichts sagen, verwies mich an die Kassenärztliche Vereinigung, die den Test organisiert hatte.

Kritik von Laborleiter: „Viel zu aufwendig“

Bei meiner Recherche stoße ich auf einen möglichen Grund. Professor Harald Renz, Laborleiter des Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie Laboratoriumsmedizin, bemängelte im Gespräch mit der ARD, dass die Anbindung seines Labors an die App „viel zu aufwendig“ sei. „Wir müssen unsere Ressourcen priorisieren“, erklärte Renz.

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18.000 User haben positives Ergebnis eingetragen

Tatsächlich heißt es auf meine Anfrage, dass von 165 niedergelassenen Laboren, die Tests durchführen, aktuell 150 an die Corona-Warnapp angebunden sind. Das seien etwa 90 Prozent.

Mehr als zwei Millionen positive und negative Testergebnisse wurden an den Server der Corona-Warnapp übermittelt. Über 18.000 User hätten ihr positives Testergebnis an die Corona-Warnapp übermittelt, so Teresa Nauber, Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Die Warnquote liege bei ca. 60 Prozent.

Man sei bemüht, weitere Labore an die Corona-Warnapp anzubinden.

Zurück zu meinem Fall: Jana Elbert, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung, erklärt auf meine Anfrage: „Das Labor Eberhard, dass die Corona-Tests aus dem Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe am Flughafen Dortmund auswertet, ist vollständig an die Corona-Warnapp angebunden.“

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Fehlende Einwilligung zur Datenübertragung oder technische Gründe?

Warum also mein Test kein Ergebnis anzeigt, könne zwei Gründe haben:

  • Möglichkeit 1: Der Arzt oder das Test-Personal haben beim Test nicht auf die notwendige Einwilligung zur Datenübertragung an die Corona-Warn-App hingewiesen. Der Haken auf dem Formular zum „Einverständnis des Versicherten zum Übermitteln des Testergebnisses für Zwecke der Corona-Warn-App“ fehlt. Ohne diese Einwilligung kann der QR-Code im zuständigen Labor nicht weiterverarbeitet werden und es findet keine Übermittlung des Testergebnisses in die Corona-Warnapp statt.
  • Möglichkeit 2: Das Labor, das das Testergebnis des Arztes oder Testzentrums auswertet, kann die QR-Codes aus technischen Gründen noch nicht verarbeiten. Das Labor ist noch nicht vollständig an die Corona-Warnapp angebunden und das Testergebnis kann technisch nicht an die Corona-Warnapp übermittelt werden.

Warum es also in meinem Fall kein Ergebnis gab, bleibt damit offen. An einen Einverständnis-Haken kann ich mich jedenfalls nicht erinnern. Aber sicher ist: mein Beispiel ist kein Einzelfall. Die Corona-Warnapp - sie bleibt ein Problemkind.