Urlaub in der Türkei: Du willst im Sommer an den Bosporus? Dann musst du DAS zu Corona unbedingt beachten

Der Strand von Mersin (Südtürkei) ist rappelvoll. Lohnt sich in der Türkei ein Sommer-Urlaub trotz Corona?
Der Strand von Mersin (Südtürkei) ist rappelvoll. Lohnt sich in der Türkei ein Sommer-Urlaub trotz Corona?
Foto: IMAGO / ZUMA Wire

Der Sommer steht so langsam bevor, und damit auch das Thema Urlaub. Warum nicht in der Türkei? Doch, Obacht: Im „Land am Bosporus“ ist die Corona-Lage ziemlich verstrickt!

Für viele Deutsche ist und bleibt der Urlaub in der Türkei DER Sommer-Höhepunkt schlechthin. Sonne, Strand, Meer, gutes Essen, Gastfreundlichkeit – und das alles noch relativ günstig!

Wer 2021 Urlaub in der Türkei machen will, muss sich aber dringend informieren, wie die Lage bezüglich Corona dort aussieht. Wir klären auf!

Urlaub in der Türkei: Die aktuelle Corona-Lage am Bosporus

Die Türkei hat mit rund 84 Millionen Einwohnern in etwa so viele Einwohner wie Deutschland, doch das Infektionsgeschehen ist nicht vergleichbar. Seit Ausbruch der Pandemie hat es in der Türkei laut der Weltgesundheitsorganisation WHO über 46.000 Covid-19-Todesfälle gegeben (Stand 24. Mai). In Deutschland sind es über 87.000 Todesopfer.

Seit April hat es in der Türkei einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen. Besonders betroffen gewesen sind die Millionen-Metropole Istanbul und die westtürkische Provinz Canakkale. Auch Grenzgebiete zu Syrien und dem Irak sind im Corona-Würgegriff. Inzwischen ist die Inzidenz aber deutlich gesunken.

Die 7-Tage-Inzidenz in der Türkei liegt laut der renommierten Johns-Hopkins-Universität (USA) bei 81,9 pro 100.000 Einwohnern (Stand 24. Mai) und damit höher als in Deutschland. Damit ist das ganze Land laut Robert-Koch-Institut ein Hochinzidenz-Gebiet. Die Quote der Erstimpfungen liegt in der Türkei bei 18,9 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland liegt sie mittlerweile bei rund 40 Prozent.

Urlaub in der Türkei: Nächtliche Ausgangssperre bis Juni

In der ganzen Türkei gilt zunächst bis zum 1. Juni eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Verschärft werden diese Regeln an Wochenenden, dann gilt sie nämlich auch tagsüber und durchgängig. Beginn ist dann jeweils der Freitag ab 21 Uhr bis Montag um 5 Uhr. Touristen sind davon grundsätzlich ausgenommen, allerdings sind auch hier örtliche Ausnahmen möglich.

Will man zwischen den Provinzen während der Ausgangssperren reisen, muss man öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Private Transportmittel sind dagegen untersagt. Die Nutzung der öffentlichen Nahverkehrsmittel ist für Personen über 65 und unter 18 Jahren allerdings untersagt.

Restaurants und Lokale sind geschlossen, es sind nur Abhol- und Lieferdienste erlaubt. Bäckereien dürfen grundsätzlich öffnen, auch Läden, die zur Grundversorgung beitragen, sind geöffnet.

Urlaub in der Türkei: Auswärtiges Amt warnt wegen Covid-19 vor Urlaubsreisen

Das Auswärtige Amt warnt aktuell vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die gesamte Türkei.

Urlaub Türkei: DAS ist bei der Einreise zu beachten

Wer trotz der Pandemie in die Türkei als Tourist einreisen möchte, muss einige Corona-Bestimmungen beachten, auf die das Auswärtige Amt aufmerksam macht. Hierzu zählen:

  • alle Flugreisenden über sechs Jahre müssen innerhalb von 72 Stunden vor der Reise ein elektronisches Formular des türkischen Gesundheitsministeriums ausfüllen. Die Kontrolle erfolgt bei Einreise/Check-In. Dann erhalten die Reisenden einen Genehmigungscode, der bei Kontrollen im Land vorgezeigt werden muss. Er kann auch per SMS oder per App („Hayat Eve Sigar“) erlangt werden
  • Reisende über sechs Jahre müssen bei Einreise einen negativen PCR-Test vorlegen, der bei Flügen nicht älter als 72 Stunden zum Ausreisezeitpunkt sein darf. Der Test ist beim Check-In vorzulegen
  • Einreisende, die sich in den letzten zehn Tagen vor Türkei-Einreise in Indien, Brasilien oder Südafrika aufgehalten haben, müssen in eine 14-tägige Quarantäne in einer staatlichen Einrichtung
  • bei Einreise werden Temperaturmessungen durchgeführt – bei erhöhter Temperatur werden weitere Untersuchungen vorgenommen
  • bei Ausreisen nach Deutschland fordert die Türkei von allen ab sechs Jahren einen negativen PCR-/TMA- oder RT-LAMP-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Alternativ reicht die Vorlage eines negativen Antigentests, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Kosten für die Tests tragen die Reisenden. Positiv Getestete dürfen nicht ausreisen und müssen in Quarantäne. Ein negativer PCR-Test in der Türkei befreit aber nicht von möglicher Quarantänepflichten in Deutschland
  • wer mit dem Auto von der Türkei nach Deutschland zurückfahren will, muss aktuell den Weg über Bulgarien nehmen. Die Ausreise aus der Türkei nach Griechenland ist derzeit nur für griechische Staatsbürger möglich. Das gilt auch für die Ein- und Ausreise nach Georgien

Das türkische Gesundheitsministerium hat die Provinzen des Landes in vier Risikozonen eingeteilt: von sehr hohes (rot) über hohes (orange) bis in mittleres (gelb) und geringes Risiko (blau). Die Touristengebiete an der türkischen Ägäisküste, an der Riviera und Istanbul fallen in die rote Zote und bergen damit ein sehr hohes Infektionsrisiko.

Bei Verstößen gegen die gängigen Corona-Regeln (Mindestabstand, Rauchverbot in der Öffentlichkeit, Maskenpflicht) drohen zum Teil sehr hohe Geldstrafen.

Wenn du das alles beherzigst, kannst du einigermaßen entspannt deinen Urlaub in der Türkei verbiringen.