Corona: Impftourismus? Duisburger Reisebüro hofft bald DIESE besonderen Reisen anbieten zu können

Corona: Ein Duisburger Reisebüro will schon bald Impfreisen anbieten. (Symbolbild)
Corona: Ein Duisburger Reisebüro will schon bald Impfreisen anbieten. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / TT

Die Corona-Impfproblematik in Deutschland ist definitiv ein Thema, welches die Menschen berührt. Nicht zu Unrecht tritt daher vermehrt die Sorge der Bürger auf, die Corona-Krise könnte sich unnötig in die Länge ziehen.

Der Begriff „Impftourismus“ sorgt somit derzeit für eine riesige Debatte. So äußert unter anderem SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bereits diverse ethische Argumente gegen die Impfreisen.

Im Gespräch mit DERWESTEN, erklärt der Duisburger Reisebüro-Betreiber Uwe Gerste nun, unter welchen Voraussetzungen er die umstrittenen Reiseangebote dennoch bald vermitteln möchte.

Corona: Impftourismus bereits in Planung – Wer steckt hinter den Impfreisen?

Ein riesiger Medienansturm erreicht das Duisburger Reisebüro in der letzten Woche. Nachdem der 56-jährige Uwe Gerste mit einem Facebook-Post für ein Angebot des Reiseanbieters „Fitreisen“ wirbt, kann er sich vor Anfragen kaum noch retten.

„Bald buchbar – natürlich auch bei uns. Wenn es in Deutschland keinen Impfstoff gibt – dann geht’s auf Impfreise“, schreibt der Reisebüro-Betreiber auf Facebook.

Seit Jahren arbeitet das Duisburger Reisebüro der Franchise-Kette „sonnenklar.TV“ mit dem Reiseanbieter „Fitreisen“ zusammen. „Fitreisen ist für uns ein verlässlicher und seriöser Partner im Bereich Gesundheitstourismus“, sagt Uwe Gerste zu DERWESTEN.

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Die Knappheit von Impfstoffen in Deutschland brachte „Fitreisen“ nun auf eine neue Idee: Der Reiseveranstalter arbeitet derzeit an einem Konzept, mit welchem Touristen ihre Gesundheitsreisen um eine Corona-Impfung ergänzen können – und zwar in Ländern, in denen noch Impfstoff übrig ist, obwohl bereits ein Großteil der Einheimischen geimpft wurde.

„Ein sehr seriöses Produkt, welches man am Markt vertreten kann, sobald es zustande kommt“, findet Reisebürobetreiber Uwe Gerste.

Corona: Impftourismus wirft ethische Fragen auf

Auch wenn zu der Idee einer Impfreise, bislang keine konkreten Angebote existieren, sei die Nachfrage bereits sehr hoch. Aufgrund seines Facebook-Posts bekommt das Reisebüro derzeit etliche Anfragen von Interessenten.

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Das ist das Coronavirus:

  • SARS-CoV-2 (Abkürzung für englisch: severe acute respiratory syndrome coronavirus 2)
  • gehört zur Familie der Coronaviren, eine Infektion kann neue Atemwegserkrankung Covid-19 verursachen
  • erstmals 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan entdeckt
  • wurde von der WHO am 30. Januar 2020 als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ und am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft
  • Infektion erfolgt in der Regel über Tröpfcheninfektion und Aerosole

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Zeitgleich wirft der Impftourismus jedoch einige ethische Fragen auf. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte im WDR bereits Argumente gegen die Impfreisen.

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So hält er es für ein unethisches Angebot, Touristen mit Impfstoffen anzulocken, während man die Bedürftigsten dieser Welt nicht mit Impfstoff versorgen könne. Er halte es für eine sinnvollere Idee, anstelle der Menschen eher den überschüssigen Impfstoff reisen zu lassen.

Duisburger Reisebüro: „Wir würden nichts anbieten, was nicht seriös ist“

Uwe Gerste steht diesen Einwänden jedoch entgegen. So habe „Fitreisen“ alle ethischen Probleme in den Reisekonzepten berücksichtigt und sehr gut gelöst.

Mit den Impfreisen würde man keinem Land den Impfstoff wegnehmen wollen. Ganz im Gegenteil – die Reisen sollen erst dann stattfinden, wenn ein Großteil der Bevölkerung vor Ort bereits durchgeimpft ist und das Einverständnis der jeweiligen Länder gegeben sei.

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Uwe Gerstes Ansicht nach könnten die Impfreisen sogar zu einer idealen Verwertung des Impfstoffes führen. So gäbe es bereits Länder, in denen Impfstoffe vernichtet werden müssen, da diese aus Tiefkühlstufen von bis zu minus 80 Grad aufgetaut wurden und nun nicht mehr an andere Orte transportiert werden könnten.

Darauf, dass sein Reisebüro die Impfreisen in ein paar Monaten tatsächlich anbieten kann, muss der Reisebüro-Betreiber Uwe Gerste bislang jedoch noch hoffen. (mkx)

 
 

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