Corona-Demo: Krasse Falschmeldung nach Video – Polizei Berlin äußert sich

Ein Video kursiert im Netz, das angeblich unverhältnismäßige Polizeigewalt am Rande der Corona-Demo zeigt.
Ein Video kursiert im Netz, das angeblich unverhältnismäßige Polizeigewalt am Rande der Corona-Demo zeigt.
Foto: Screenshot Twitter

Berlin. Erneut ist ein Video aufgetaucht, dass mutmaßlich Polizeigewalt zeigt! Diesmal geht es um eine Situation am Rande der Corona-Demo in Berlin, bei der vier Beamte eine Frau am Boden fixieren. Einer schlägt ihr mit der Faust auf auf die Schulterblätter..

Im Netz kursiert jetzt das Gerücht, dass die Frau anschließend sogar gestorben sei. Was wirklich dahinter steckt.

Corona-Demo: Video aufgetaucht – üble Falschmeldung über Berliner Polizei verbreitet sich im Netz

Laut schreiend – offenbar vor Schmerz – liegt die Frau am Boden. Vier Beamte umringen sie, halten sie auf dem Boden. Unablässig schreit die Demonstrantin weiter. Dann schlägt einer der Beamten zweimal mit der Faust auf ihren Rücken auf Höhe der Schulterblätter.

+++ Aldi und Lidl: Drohen uns bald leere Regale? DAS steckt hinter der Sorge +++

Die umstehenden Demonstranten reagieren geschockt. „Seid ihr verrückt, oder was?“ und laute „Hey“-Rufe sind zu hören.

Im Netz kursiert das Video vor allem in rechten Kreisen. Schnell macht das Gerücht die Runde, die Frau sei in der Folge der Polizei-Maßnahme sogar an an inneren Verletzungen der Halsschlagader vestorben. Die Polizei Berlin widerspricht dem auf Anfrage von DER WESTEN deutlich. Gleich nach der Aktion sei die Frau wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Ärztliche Hilfe habe sie sogar abgelehnt, teilt die Polizei unserer Redaktion mit.

Die Falschnachricht verbreitet sich am Montag dennoch im Netz.

Deutliche Worte der Polizei

Die Polizei Berlin veröffentlichte am Montagnachmittag ein Statement, indem sie die Anschuldigen noch einmal deutlich zurückweist. Den Beamten sei zudem auch noch vorgeworfen worden, eine Schwangere als Folge eines Polizeieinsatzes ihr Kind verloren habe. Die Polizei betont, dass Schubsen, Festnahmegriffe aber auch Faustschläge oder der Einsatz von Pfefferspay nur als „letztes Mittel“ eingesetzt werden, „wenn einer Aufforderung nicht nachgekommen wird, obwohl das dringend erforderlich ist.“

Im Anschluss beschreibt die Polizei Berlin im Detail die beiden Einsätze vom Sonntag, von denen Videos im Netz aufgetaucht waren. Beide Frauen – eine 60-Jährige aus Baden-Württemberg und eine 42-jährige Schwangere aus NRW – sollen sich gewaltsam gegen einen Platzverweis gewehrt haben. Die 60-Jährige soll einem Beamten in den Bauch getreten und versucht haben, einem weiteren in die Hand zu beißen – während die Schwangere einem Polizisten gegen das Visier seines Helmes schlug. Gegen beide wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie Körperverletzung ermittelt.

„Solche Einsätze dauern meist eine längere Zeit und sind für Umstehende vorhersehbar. Daher ist es ein Leichtes und inzwischen offenbar auch üblich, dabei das Handy zu zücken und das Geschehen aufzunehmen,“ so die Polizei. „Ein großes und immer wiederkehrendes Problem ist es, dass diese Videos und Fotos meist stark verkürzt und aus dem Kontext gerissen werden.“

---------------

Top-News des Tages:

---------------

Corona-Demo in Berlin: War es trotzdem unverhältnismäßige Polizeigewalt?

Aktuell laufen derweil die polizeiinternen Ermittlungen zu dem Vorfall. Wie es zu der Situation kam, dass die Frau und die vier Polizisten – umringt von zahlreichen anderen Beamten – derart grob am Boden gehalten wurde, ist bislang nicht bekannt.

Das Landeskriminalamt prüft den Vorfall bereits wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt. (the)

 
 

EURE FAVORITEN