Corona: Neugeborenes infiziert – hat es sich SO angesteckt?

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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Schock-Nachricht aus Ulm: Ein Säugling hat sich mit Corona angesteckt.

Laut Virologen sei es möglich, dass die Mutter den Erreger auf das Neugeborene übertragen hat – über die Muttermilch. Dort konnten Forscher das Virus jetzt erstmalig nachweisen.

Corona: Säugling erkrankt an Covid-19 – Übertragung durch Muttermilch?

Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten.

Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber, ebenso wie ihr Kind, auch positiv getestet.

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Mutter trug Mund-Nasenschutz beim Stillen

In den Muttermilch-Proben der zuerst erkrankten Frau fanden die Wissenschaftler keine Hinweise auf das Coronavirus. Das Ergebnis in den Proben der zweiten Mutter war dagegen vier Mal positiv. Woran das liegt, sei derzeit noch nicht klar, sagte Münch. Nach 14 Tagen sei kein Virus mehr in der Muttermilch nachweisbar gewesen und die Mutter sowie ihr Kind erholten sich von Covid-19.

Die später erkrankte Mutter hatte beim Umgang mit ihrem Kind einen Mund-Nasen-Schutz getragen und Hände und Brüste desinfiziert. Zudem sterilisierte sie regelmäßig die Utensilien für das Stillen. Es sei derzeit noch unklar, ob sich das Baby tatsächlich beim Stillen infizierte, betonen die Forscher.

WHO: „Kein Grund, das Stillen zu vermeiden“

„Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nicht, wie oft dies der Fall ist, ob die Viren in der Milch auch infektiös sind und durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können.“ Typischerweise wird das Virus über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch weitergegeben.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bisher keinen Nachweis des neuen Coronavirus in Muttermilch verzeichnet. „Es gibt keinen Grund, das Stillen zu vermeiden oder zu beenden“, heißt es dazu in den Empfehlungen der Organisation.

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal „The Lancet“. (vh/mit dpa)

 
 

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