Corona: Aufkleber zeigt ekelhaften Vergleich – „Ich bin mal kurz kotzen“

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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Die Grenzen des guten Geschmacks sind für viele durch Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner bereits lange überschritten.

In wilder Wut wird gegen die Regierung, Wissenschaftler und einzelne Politiker mit wüsten Beschimpfungen, Verleumdungen oder abstrusen Vergleichen geschossen. Nun taucht ein Aufkleber im Netz auf, der den Corona-Forscher und Chef-Virologen der Berliner Charité, Christian Drosten, mit einem KZ-Arzt und Kriegsverbrecher gleichsetzt.

Für viele die nächste Eskalationsstufe in einer Reihe von Tabu-Brüchen.

Corona: Ekelhafte Szenen auf Demos

Auf den sogenannten „Hygiene-Demos“ haben Teilnehmer bereits gezeigt, dass es ihnen weniger um eine argumentative Auseinandersetzung geht, als um stumpfen Zorn gegen „die da oben“. Die vermeintliche neue Weltordnung, wahlweise angeführt durch ein jüdisches Finanzkartell oder Microsoft-Gründer Bill Gates, der inzwischen zur Hassfigur der Corona-Leugner geworden ist.

Als Heilsbringer werden die verschwörungstheoretisch argumentierenden Xavier Naidoo, Attila Hildmann oder Ken Jebsen gefeiert. Einen großen Aufschrei gab es um Teilnehmer der Demonstrationen, die T-Shirts oder Aufnäher mit einem Davidstern, darin das Wort „ungeimpft“, trugen. Jenes symbolträchtige Zeichen, mit dem die Nazis Menschen jüdischen Glaubens im Dritten Reich kennzeichneten.

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Es sollte nicht der letzte widerwärtige NS-Vergleich sein. Auf den Sozialen Netzwerken hat ein Nutzer ein Foto eines erschreckenden Aufklebers veröffentlicht. Darauf zu sehen: Das Konterfei von Christian Drosten neben dem KZ-Arzt Josef Mengele. Darunter der Slogan „Trust me, I’m a Doctor“ (Vertrau mir, ich bin Arzt).

Christian Drosten mit Nazi-Kriegsverbrecher gleichgesetzt

Zur Einordnung: Mengele führte als Lagerarzt im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau menschenunwürdige Experimente an Häftlingen durch. Er entschied bei der Ankunft neuer Gefangener, wer hingerichtet werden sollte und überwachte ihre Vergasung. Als KZ-Arzt schickte er mehr als 50.000 Menschen in den Tod, darunter vor allem Kinder, Alte, Kranke, Menschen mit Behinderung oder Schwangere.

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Für Drosten, selbst auf Social-Media unterwegs, einfach nur ein widerwärtiger Vergleich. Er schreibt: „Ich habe ernsthaft geglaubt, ein Judenstern mit „Impfgegner“-Inschrift sei das ekelhafteste und Holocaust-verharmlosendste, was es gibt. Tja, falsch gedacht. I present to you: Christian Drosten auf einem Plakat neben KZ-Arzt Josef Mengele. Ich bin mal kurz kotzen.“

Nicht nur er kämpft angesichts des Aufklebers mit der Fassung. Andere schreiben:

  • „Omg, mir fehlen die Worte.“
  • „Historisch falsch, tatsächlich falsch, geschmacklos, beleidigend, NS-Opfer verhöhnend.“
  • „Das ist einfach nur widerlich... Wurde hoffentlich angezeigt.“
  • „Es ist so dermaßen ekelhaft, total dumm, schockierend! Diese Worte sind für diese Abartigkeit leider viel zu harmlos!“

So traurig es klingt: Es wird vermutlich nicht der letzte Entgleisung dieser Art gewesen sein... (dav)

 
 

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