Bundeswehr sprengt Minen in der Ostsee – und tötet 18 seltene Schweinswale

Bei einem Manöver mit Bundeswehr-Beteiligung starben 18 vom Aussterben bedrohte Schweinswale.
Bei einem Manöver mit Bundeswehr-Beteiligung starben 18 vom Aussterben bedrohte Schweinswale.
Foto: dpa, imago images, Montage: DER WESTEN

Dieses Manöver ging nach hinten los.

Bei einer Sprengung von Weltkriegs-Seeminen in der Ostsee wurden 18 seltene Schweinswale getötet. Der Naturschutzbund „Nabu“ ist entsetzt – und fordert Konsequenzen für die Bundeswehr.

Bundeswehr in der Kritik: 18 Schweinswale beim Minensprengung getötet

Bereits Ende August war das Nato-Manöver – ausgerechnet in der Fortpflanzungszeit der Schweiswale und zudem mitten im Meeresschutzgebiet Fehmarnbelt.

Mit über 40 Schiffen, sieben und ein U-Boot von der deutschen Bundeswehr, waren 3000 Soldaten ausgerückt, um 42 britische Grundminen aus dem Ersten Weltkrieg zu sprengen. Eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag offenbarte nun: 18 Exemplare des streng geschützten Schweinswals kostete das Manöver das Leben.

„Die Antwort der Bundesregierung offenbart die ganze Katastrophe der Sprengungen“, äußert sich der „Nabu“ schockiert über den Einsatz. „Mitten in einem Meeresschutzgebiet hat jede Mine einen fünf Meter breiten und 1,5 Meter tiefen Krater in streng geschützte Riffe gerissen. In einem Umkreis von jeweils zehn bis 30 Metern wurde alles Leben vernichtet. Noch weiß niemand, wie viele Schweinswale tatsächlich während der Fortpflanzungszeit verletzt oder getötet wurden. 18 Totfunde dieser streng geschützten Meeressäuger sind im fraglichen Zeitraum bekannt geworden.“

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„Die Lage der Grundminen war den verantwortlichen Behörden seit 2016 bekannt. Das vorgeschobene Argument der Bundesregierung, die Sprengung im Sommer 2019 böte die „sofortige Möglichkeit zur Abwehr von Gefahr für Leib und Leben“ greift nach Ansicht des NABU daher nicht“, stellt der Naturschutzbund klar und fordert nun Konsequenzen – Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller nennt das Vorgehen der Bundeswehr einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz.

 
 

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