Berlin: Spektakulärer Müllmann-Überfall! Zeugin unter Schock: „Ich habe nur geschrien“

Berlin: Polizeibeamte sichern vor einer Bank an einem Geldtransporter Spuren.
Berlin: Polizeibeamte sichern vor einer Bank an einem Geldtransporter Spuren.
Foto: ernd von Jutrczenka/dpa

Überfall auf Geldtransporter in Berlin! Und dabei lautete das Motto der Räuber anscheinend: „Auffallen um jeden Preis“. An der bekannten Berliner Einkaufsstraße Ku'damm überfallen sie am Freitagvormittag einen Geldtransporter, bedrohen und verletzen zwei Wachmänner, packen Geldkassetten ein und verschwinden mit einem Fluchtauto. Teile des Überfalls sind auf Videos von Nachbarn gut zu erkennen.

Was sofort ins Auge springt: Die Räuber in Berlin tragen eine leuchtend orangefarbene Uniform und erinnern eher an Müllarbeiter als an Kriminelle. Doch der Schein trügt.

Berlin: Räuber sind in grell orangen Klamotten gekleidet

Gegen 10 Uhr war der Alarm bei der Polizei eingegangen. Der Kurfürstendamm ist um die Uhrzeit und auch wegen der Corona-Pandemie nicht so voll wie sonst. Zeugen erzählen der Polizei später, mindestens vier Männer hätten zwei Geldboten bedroht, die gerade vor einer Volksbank an der Ecke Bleibtreustraße Geldkassetten aus ihrem Transporter luden.

Ein Polizeisprecher sagt, die bewaffneten Räuber hätten die Geldboten mit Reizgas besprüht. Mindestens einer der Täter hat eine Pistole. Beide Geldboten werden verletzt und später in ein Krankenhaus gebracht. Schüsse werden nach Zeugenaussagen nicht abgefeuert.

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In einem 22 Sekunden langen Video, das von einem Nachbarn aufgenommen wurde, sind die vier Männer zu sehen. Die Polizei stuft das Video als authentisch ein. Ihre Köpfe und Gesichter haben die Täter ihr Gesicht verhüllt.

Hektisch packen sie größere Gegenstände – vermutlich die Geldkassetten – aus der offenen Seitentür eines blaugrauen Transporters in einen großen weißen Sack. Mindestens einer der Männer könnte eine schwarze Pistole in der rechten Hand halten. Auf dem Boden liegt ein anders gekleideter Mann. Den vollen Sack zerren die Männer zum Straßenrand. Dann bricht das Video ab.

Berlin: Räuber überfallen Banktransporter

Eine junge Frau erzählt Reportern am Tatort, dass sie im Auto vorbeigefahren und den Überfall beobachtet habe. Es seien vier Täter gewesen. „Auf einmal hat der Herr da zwei Pistolen auf uns gerichtet“, sagt die Frau. Zwei Komplizen hätten „Säcke mit Geld transportiert“ und in einen Wagen geladen. Dessen Kofferraum habe sich nicht ganz schließen lassen. „Es war ein großer Schock, ich hatte totale Angst. Der Fahrer von uns wollte die anfahren und ich habe nur geschrien, fahr bitte weiter.“

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Das Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen übernommen. Die Polizei bittet darum, Fotos und Filme von dem Überfall nicht ins Internet, sondern an ein freigeschaltetes Portal des LKA zu schicken.

Berlin: Polizei vermutet, dass Kriminelle aktuell den Vorteil in den leeren Straßen sehen

Im vergangenen Jahr gab es in Berlin eine ganze Reihe von Überfällen dieser Art. Möglicherweise nutzen Kriminelle die in Corona-Zeiten leeren Straßen, auf denen man leichter fliehen kann als im dichten Berufs- und Geschäftsverkehr vor 2020. Mitte Juni etwa traf es einen Geldboten, der eine Bank beliefern wollte. Zwei Täter raubten einen Geldkoffer, in dem eine halbe Million Euro gewesen sein soll. Am 15. Dezember überfielen mehrere Täter einen Geldtransporter an einem Ikea-Möbelhaus. Mitte Januar wurde ein Verdächtiger gefasst.

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Ob Indizien vom aktuellen Überfall auf Mitglieder der organisierten Kriminalität oder in Richtung Clan-Kriminalität deuteten, könne noch nicht eingeschätzt werden, sagt ein Polizeisprecher. „Natürlich werden auch Zusammenhänge zu vorangegangenen Taten geprüft.“

Kurz nach der Tat fanden die Ermittler außerdem einen ausgebrannten Audi. Dieser wird von der Polizei an einem Supermarkt in Schöneberg abgeschleppt. Bei dem hinter dem Supermarkt abgestellten und in Brand gesetzten Fahrzeug könnte es sich um das Fluchtfahrzeug der Täter des Überfalls auf einen Geldtransporter am Berliner Kurfürstendamm handeln:

„Das Vorgehen spricht dafür, dass das relativ organisiert war. Die Täter sind rücksichtlos vorgegangen, um an die Beute zu gelangen. Es wurde Gewalt angewendet.“

Über jeglichen Hinweise sowie Bild- beziehungsweise Videomaterial ist die Polizei in Berlin dankbar. Du kannst >>> hier deine Videos der Polizei Berlin schicken. (mit dpa)

 
 

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