ARD: Kamerateam will in Belarus drehen – dann eskaliert die Situation

Ein ARD-Kamerateam ist in Belarus an der Arbeit gehindert worden, wurde von der Polizei festgesetzt. (Symbolfoto)
Ein ARD-Kamerateam ist in Belarus an der Arbeit gehindert worden, wurde von der Polizei festgesetzt. (Symbolfoto)

Heftiger Vorfall bei der ARD in Belarus!

Die Proteste in Belarus ebben nicht ab, die Menschen gehen weiter auf die Straße, um gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen zu protestieren. Machthaber Alexander Lukaschenko hat einmal mehr deutlich die Wahlen für sich entschieden – doch Zweifel an der Rechtmäßigkeit gibt es genug.

Am Freitagabend ist ein ARD-Kamerateam vor seinem Hotel in Minsk festgenommen worden, nachdem sie von den Protesten berichtet hatten. Die Journalisten sind dann sogar noch über Nacht in einer Polizeistation festgehalten worden!

ARD: Kamerateam will in Belarus drehen – und wird von Polizei festgehalten!

Bei dem Team handelt es sich um einen russischen Kameramann und einen russischen Kamera-Assistenten, die für das ARD-Studio Moskau arbeiten. Außerdem hat ein belarussicher Producer zum Team dazugehört. Wie die ARD am Samstag mitteilt, war das Team ordnungsgemäß akkreditiert gewesen, die Behörden in Belarus haben ihm diese aber mittlerweile entzogen.

Inzwischen ist das Team wieder auf freiem Fuß. Die beiden Russen mussten das Land verlassen, dürfen fünf Jahre nicht mehr nach Belarus einreisen. Gegen den Producer droht ein Prozess.

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Das ist Belarus bzw. Weißrussland:

  • ein osteuropäischer Binnenstaat, das an Litauen, Lettland, Russland, die Ukraine und Polen grenzt
  • Hauptstadt Minsk, Zentrum mit Hoch- und Fachschulen sowie zahlreichen Kirchen, Theatern und Museen
  • rund 9,6 Millionen Einwohner (Stand 2017), 207.595 Quadratkilometer groß
  • seit 1991 durch die Auflösung der Sowjetunion unabhängig
  • Vollmitglied in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
  • gilt als letzte Diktatur Europas, Präsident Alexander Lukaschenko regiert seit 1994 autoritär und repressiv

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WDR-Programmdirektor: „Bin entsetzt“

Jörg Schönenborn, WDR-Programmdirektor, ist erschüttert über den Vorfall. Schönenborn: „Ich bin entsetzt über die aktuellen Geschehnisse und halte den Umgang mit unserem Team in Minsk für absolut inakzeptabel. Die Festnahme und das Entziehen der Akkreditierung macht unser Team vor Ort quasi handlungsunfähig. Das zeigt erneut, dass eine unabhängige Berichterstattung in Belarus immer weiter erschwert und beinahe unmöglich gemacht wird.“

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Und weiter: „Wir lassen uns als öffentlich-rechtlicher Rundfunk jedoch nicht einschüchtern und werden alles daran setzen, dass unsere Journalisten auch weiterhin über die Vorgänge, Proteste und Demonstrationen in Belarus kritisch und unabhängig berichten können. Selbstverständlich hat die Sicherheit der MMitarbeiter vor Ort dabei oberste Priorität.“

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Die ARD-Studioleiterin in Moskau, Ina Ruck, sowie ARD-Korrespondent Jo Angerer hatten bis zur Freilassung keinerlei Kontakt zum festgesetzten Team. Allerdings ist Angerer ebenfalls vor dem Hotel von der Polizei kontrolliert worden.

Das ARD-Team ist dabei längst kein Einzelfall. In den vergangenen Tagen kam es zu wiederholten Festnahmen von Journalisten und Demonstranten. Dennoch gehen auch am Samstag wieder Tausende Demonstranten beim Marsch der Frauen auf die Straße. (mg)

 
 

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