Amazon: Datenschützer alarmiert – SO könnte der Konzern seine Mitarbeiter ausspionieren

Amazon will seine Mitarbeiter überwachen. (Archivbild)
Amazon will seine Mitarbeiter überwachen. (Archivbild)
Foto: IMAGO / Ralph Lueger / Hans Lucas (Montage: DER WESTEN)

Will Amazon die eigenen Mitarbeiter bespitzeln? Betroffen sind die Zusteller. Sie sollen in den Lieferwagen ausspioniert werden. Ein internes Amazon-Video ist aufgetaucht.

Amazon-Fahrer sollen zukünftig während der Arbeit beobachtet werden. Betroffen sind erstmal nur die Zusteller in den USA.

Amazon filmt Zusteller

„Wir haben kürzlich damit begonnen, eine Sicherheitstechnologie in unserer Flotte zu installieren, die auf Kameras basiert“, sagte eine Amazon-Sprecherin. Die Arbeit selbst beobachten will man laut Amazon nicht. Das Vorgehen diene lediglich der Sicherheit der Fahrer.

Auch wolle man Unfälle vermeiden. Vertreter von Arbeitnehmerrechten liefen Sturm gegen die „Überwachung“. Sie fürchten massenhaftes Datensammeln und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.

Amazon erklärte, dass die „Sicherheitstechnologie“ auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiere und Warnhinweise in Echtzeit an die Fahrer, während diese auf der Straße unterwegs seien, gebe.

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Das ist Amazon:

  • 1994 in den USA von Informatiker Jezz Bezos als Onlinebuchhandlung entwickelt
  • Inzwischen ist es Marktführer im Online-Handel
  • 2019 erwirtschaftete Amazon einen Umsatz von 280 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 11,6 Milliarden
  • Amazon bietet nicht mehr nur Waren an, sondern auch verschiedene Dienste wie Prime, Pay, Video oder Music
  • Gründer Bezos gilt als reichster Mensch der Welt, sein Vermögen wird auf mehr als 100 Milliarden Dollar geschätzt

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Mehrere Studien sollen gezeigt haben, dass Unfälle auf diese Weise reduziert werden können, heißt es in einem internen Video. Amazon bestätigte die Echtheit des Videos, über das zuerst US-Medien berichtet hatten.

Dennoch: Die Kameras sind mit mehreren Objektiven ausgestattet. Sie filmen in mehrere Richtungen – auf den Amazon-Fahrer und auch auf die Straße. Sie nehmen aber keinen Ton auf und senden auch nicht „live“, versicherte Amazon in dem Video.

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Amazon: „Sofort stoppen“

Niemand könne sich so während der Auslieferung einschalten und dem Boten zuhören. Amazon nutzt für diese „Überwachung“ Kameras des Herstellers Netradyne. Die Geräte sammeln über das KI-System Daten zum Verkehrsgeschehen und zum Fahrerverhalten. Dann werten sie sie aus und geben entsprechende Hinweise an den Fahrer.

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Mehr zum Thema Amazon:

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Die Organisation „Fight for the Future”, die sich für Menschenrechte im digitalen Zeitalter einsetzt, fordert: „Sofort stoppen“. Sie sprach von einer „mobilen Armee von Überwachungskameras“. Damit verschlechterten sich die ohnehin schwierigen Arbeitsbedingungen bei Amazon weiter.

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Der US-Kongress müsse zudem eine umfangreiche Untersuchung zur Überwachung der Amazon-Mitarbeiter einleiten, forderte die Organisation. (ldi/afp)

 
 

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