Amazon veröffentlicht neue Serie über Nazi-Killer – und erntet heftige Kritik!

Die neue Amazon-Serie „Hunters“ stößt auf scharfe Kritik vom Auschwitz-Museum.
Die neue Amazon-Serie „Hunters“ stößt auf scharfe Kritik vom Auschwitz-Museum.
Foto: imago images / Prod.DB

Heftiger Vorwurf gegen Amazon!

In seiner neuen Serie „Hunters“ schickt der Streamingdienst seit Freitag einen „wilden Haufen“ von „knallharten Selbstjustiz-Rächern“ auf Nazi-Jagd. Im New York der 70er Jahre spüren u.a Oscar-Preisträger Al Pacino („Der Pate“), Logan Lerman („Vielleicht lieber morgen“) und Josh Radnor („How I Met Your Mother“) untergetauchte NS-Offiziere auf – und machen mit ihnen kurzen Prozess.

Doch bereits kurz nach der Veröffentlichung hagelte es Kritik – ausgerechnet vom Auschwitz-Museum! Davon berichtet der „Stern“.

Amazon: Auschwitz-Museum kritisiert Nazi-Serie – „Respektlos und gefährlich“

Auf Twitter postete das Auschwitz-Museum einen Screenshot aus der Serie. Er zeigt eine Szene, in der ein Lageraufseher in Auschwitz mit dunkel gekleideten und unbekleideten Häftlingen eine Art menschliches Schachspiel veranstaltet. Doch einen derartigen Vorfall hat es nie gegeben.

Als „gefährliche Dummheit“ bezeichnet das Auschwitz-Museum diese Szene. Sie werfen der Serie vor, ihre realitätsfernen Darstellungen seien eine Einladung an zukünftige Holocaust-Leugner. „Wir ehren die Opfer, indem wir die Fakten präzise festhalten“, so das Auschwitz Memorial. Einem Nutzer, der darauf bestand, dass ein Film die Realität durchaus verändert darstellen dürfe, entgegnete das Museum auf Twitter: „Du behauptest, ein Film dürfe bezüglich der Realität lügen, nur weil er ein Film ist. Da sind wir absolut unterschiedlicher Meinung. Das ist respektlos und gefährlich.“

„Hunters“-Schöpfer David Weil: „Die Serie ist keine Dokumentation“

Serienschöpfer David Weil verteidigt sein Werk. In einem ausführlichen Statement im Filmmagazin „Variety“ erzählt er davon, wie er selbst das Lager in Auschwitz besuchte, in dem einst seine eigene Großmutter Sara untergebracht wurde. Und obwohl „Hunters“ auf wahren Begebenheiten beruhe, so betont Weil, dass es sich bei seiner Serie keinesfalls um eine Dokumentation handle und das sie auch niemals als eine solche geplant war.

Deutscher Trailer zur neuen Amazon-Serie: „Hunters“

Zudem erklärt er, wie wichtig es ihm gewesen sei, keine realen Schicksale für seine fiktive Story zu benutzen. Die KZ-Häftlinge in der Serie tragen nur Nummern, die damals niemals vergeben wurden, um kein Schicksal von realen Personen falsch darzustellen. Die Schach-Szene im Speziellen verteidigt er damit, die Grausamkeit und den Sadismus der Nazis gegenüber ihren Opfern darstellen zu wollen, ohne jedoch spezifische reale Vorkommnisse zu zeigen. „Ich glaube, wir sind auf der selben Seite und haben das selbe Ziel“, so Weil gegenüber dem Auschwitz-Museum.

Urteil der Amazon-User fällt gespalten aus

Auf Amazon polarisiert die Serie. Rund 500 User haben die Serie bereits bewertet – 48 Prozent gaben fünf Sterne, 32 Prozent nur einen Stern. Ein Nutzer lobt die Serie als „drastisch, brutal und ungeschönt“, gibt dabei aber auch zu: „Ob man nun etwas Politisches in dieser Serie sehen will oder nicht, interessiert mich nicht wirklich, denn sie unterhält mich.“ Die lobenden Worte folgen oft dem selben Tenor: Eine Serie, die sich was traut, die gut unterhält und die man nicht so ernst nehmen sollte.

Die Gegenstimmen sind aber nicht weniger vehement. Der Holocaust werde auf stereotypisches Popcornkino heruntergestampft, von einer „kruden Nazi-Verschwörungs-Sulze“ ist die Rede. Perversion, RTL2-Niveau... ein Negativ-Vergleich jagt den anderen. Ein Nutzer bringt die Fassungslosigkeit auf den Punkt: „Der Holocaust als Comicverfilmung – auf so einen Schwachsinn muss man erstmal kommen.“

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Mehr Neuigkeiten:

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Ob Amazon die Serie für eine zweite Staffel verlängern wird, ist noch nicht bekannt. Dem Portal „Inverse“ sagte Macher David Weil aber, dass er Pläne für insgesamt fünf Staffeln habe. (at)

 
 

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