Achtung Porno-Gucker: Beliebte Antiviren-Software spioniert Millionen Nutzer aus

Wenn du auf deinem Rechner und Handy das Antiviren-Programm Avast genutzt hast, kann es sein, dass sensible Daten von dir weiterverkauft wurden – auch Besuche bei Porno-Webseiten. (Symbolbild)
Wenn du auf deinem Rechner und Handy das Antiviren-Programm Avast genutzt hast, kann es sein, dass sensible Daten von dir weiterverkauft wurden – auch Besuche bei Porno-Webseiten. (Symbolbild)
Foto: imago images / Panthermedia

Viele PC- und Handy-Nutzer vertrauen ihrem Anti-Virusprogramm blind. Häufig fehlt das Wissen, welche Programme oder Dateien auf dem eigenen Gerät gehörigen Schaden anrichten können. Zu einer der am weitesten verbreiteten Software-Lösung zählt dabei „Avast Antivirus“.

435 Millionen Nutzer vertrauen auf die Dienste des für Privatpersonen kostenlosen Programms. Die Enthüllung von „Vice“ und „PCmag“ ist daher ein echter Schock für die User: Sensible Nutzerdaten wurden offenbar über ein Add-on von Avast gesammelt und später verkauft. Darunter Google GPS-Koordinaten, Suchanfragen und auch Informationen über Besuche auf Porno-Seiten.

Porno-Seiten-Besuche aufgezeichnet und verkauft

Avast Antivirus umfasst eine ganze Reihe kostenloser und kommerzieller Anti-Virenprogramme für verschiedene Betriebssysteme, darunter auch die am gängigsten Microsoft, Android und macOS. Sogar Stiftung Warentest bewertete die Umsonst-Version von Avast Free Antivirus in seinem Test im März 2019 mit „Sehr gut“. Kein Wunder also, dass weltweit Hunderte Millionen Nutzer die Software auf ihrem Rechner verwenden und ihr vertrauten. Das könnte sich nun gerächt haben.

Wie nun bekannt wurde, soll „Jumpshot“, ein Teil der Avast-Gruppe, Nutzerdaten aus dem Browser an andere Unternehmen verkauft haben. Unter ihnen sollen sich Google, Yelp, IBM, Microsoft oder McKinsey befunden haben. Die Daten umfassen demnach GPS-Koordinaten auf Google Maps, LinkedIn-Seiten von Unternehmen, YouTube-Videos und der Besuch von Porno-Webseiten.

+++ Kreuzfahrt: Reedereien stoppen reihenweise Schiffe – aus diesem furchteinflößenden Grund +++

Nach dem Bericht von „Vice“ und „PCmag“ sei dabei sogar aufgezeichnet worden, zu welchem Zeitpunkt und über welchen Zeitraum ein Nutzer auf YouPorn und PornHub unterwegs war, welche Suchbegriffe er eingegeben hatte und welche Videos sich angeschaut wurden.

Plugin sammelte heimlich Nutzerdaten

Gesammelt wurden die Daten offenbar über ein zusätzlich installiertes Browser-Plugin. Bei Plugins handelt es sich um kleine Programme, welche die bestehende Haupt-Software erweitern. In dem Fall von Avast handelte es sich um ein Plugin für den Web-Browser, welches den Nutzer eigentlich vor unsicheren oder nicht vertrauenswürdigen Internetseiten warnte.

------------------------------------

Mehr Themen:

-------------------------------------

Als die Praxis im Oktober durch den Sicherheitsforscher Wladimir Palant erstmals öffentlich gemacht wurde, verbannten viele Browser wie Mozilla, Opera und Google das Plugin umgehend aus ihren Browser-Stores. Avast darauf ankündigte, die Datensammlung und den Verkauf von Jumpshot einzustellen. Laut Bericht von „Vice“ und „PCmag“ deute allerdings einiges darauf hin, dass Avast die Nutzerdaten weiterhin in einer eigenen Software sammelt.

Solltest du also noch Avast als Anti-Virenprogramm nutzen, wäre es vielleicht an der Zeit, dich nach einer Alternative umzuschauen. (dav)

 
 

EURE FAVORITEN