Verkauf von Berggipfeln sorgt für Aufregung in Österreich

Die Österreichische Regierung hat nach Protesten den Verkauf von zwei Bergipfel in Osttirol gestoppt. Das Symbol-Bild zeigt den Mont Blanc, der nicht in Österreich liegt und auch nicht zum Verkauf steht. (Foto: Imago)
Die Österreichische Regierung hat nach Protesten den Verkauf von zwei Bergipfel in Osttirol gestoppt. Das Symbol-Bild zeigt den Mont Blanc, der nicht in Österreich liegt und auch nicht zum Verkauf steht. (Foto: Imago)
Es klingt nach einem Aprilscherz, doch der Verkauf war offenbar ernst gemeint: Die Republik Österreich wollte zwei Berggipfel in Osttirol verkaufen. Das hat so viel Wirbel ausgelöst, dass der Verkauf jetzt gestoppt wurde.

Wien. Die österreichische Regierung hat den geplanten Verkauf von zwei Berggipfeln im kommenden Monat nach breiter Kritik an dem Projekt gestoppt. Es geht um die Berge „Großer Kinigat“ und „Roßkopf“. Die zwei Gipfel in Osttirol hätten für einen Gesamtpreis von 121.000 Euro auf dem freien Markt verkauft werden sollen. Einer der beiden Gipfel ist 2600 Meter hoch, der andere 2690 Meter.

„Wir haben den Verkauf abgebrochen“, bestätigt Ernst Eichinger von der Bundesimmobiliengesellschaft, die für den Verkauf verantwortlich ist, nach einem Gespräch mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Dieser hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, dass die beiden Gipfel in öffentlicher Hand bleiben sollten. Nun solle eine innerösterreichische Lösung geprüft werden, sagte Eichinger österreichischen Medien.

Auch eine Reihe von Regional- und Oppositionspolitikern hatten sich gegen den Verkauf ausgesprochen. Nach Angaben von Eichinger hat eine Flut von E-Mails sein Büro erreicht, die von „Empörung bis zu Beschimpfungen“ gereicht hätten.

Angeblich schon 20 Interessenten

Bis 2001 gehörten die Gipfel laut österreichischen Medien dem Staat, dann gelangten die 1,2 Millionen Quadratmeter für 300.000 Euro in den Besitz der Bundesimmobiliengesellschaft. „Warum man die Gipfel jetzt verkaufen will, ist mir schleierhaft“, sagte der Bürgermeister der Osttiroler Gemeinde Kartitsch, Josef Außerlechner: „In Griechenland verkauft man Inseln, in Österreich die Berge“, scherzte er.

Auch seine 840 Einwohner zählende Gemeinde habe Interesse angemeldet, sagte der Bürgermeister weiter. Allerdings wolle sie für das „Ödland“ nicht mehr als einen symbolischen Betrag von einigen 1000 Euro zahlen. Nach Angaben der „Kleinen Zeitung“ hätten sich auf die ursprünglich bis 8. Juli angesetzte Ausschreibung bereits 20 Interessenten gemeldet. (ap/afp)

 
 

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