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Verirrte Jugendliche aus Pariser Katakomben gerettet

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Eine Reihe Totenköpfe hängt an einer Wand der Katakomben in Paris (undatiert). Stickige Luft, ein dunkler verschlungener Gang, knirschender Kies in der Stille und dann ein Schild mit der Aufschrift «Arrete! C' est ici l'Empire de la mort» (Halt! Hier beginnt das Reich der Toten!) Im Gänsemarsch trappelt die Touristenhorde vorbei an Wänden aus Skeletten: eine Schicht sauber aufgereihter Knochen, dann eine Reihe Totenköpfe, wieder eine Schicht Knochen - und das bis unter die niedrige Decke. Foto: Julika Herzog (zu dpa-KORR "Totenköpfe, Taschenlampen und Touristen - die Pariser Unterwelt") +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: dpa
Zwei Tage lang vermisst: Verirrte Jugendliche aus Pariser Katakomben gerettet

Paris. 

Nach stundenlanger Suche haben Polizei und Feuerwehr zwei Jugendliche aus den Pariser Katakomben gerettet, die sich in den unterirdischen Gängen verlaufen hatten. Sie hätten etwa 48 Stunden unter der Erde verbracht, sagte der für die Suche zuständige Polizeikommandant am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen seien bei ihrer Rettung am Mittwochmorgen dehydriert gewesen und hätten unter Schock gestanden, sie seien ins Krankenhaus gebracht worden. Die Einsatzkräfte waren am Dienstagabend alarmiert worden und in die Gänge hinuntergestiegen, auch Rettungshunde wurden bei der Suche eingesetzt.

Katakomben dienten der Aufbewahrung von Gebeinen

Die Pariser Katakomben sind ehemalige unterirdische Steinbrüche, ein Labyrinth aus rund 300 Kilometer langen Gängen tief unter der französischen Hauptstadt. Ein Teil dient als unterirdisches Beinhaus: Von Ende des 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Millionen Gebeine von Friedhöfen dorthin umgelagert.

Ein kleiner Bereich der Katakomben im Süden von Paris steht Besuchern offen – der zwei Kilometer lange Rundgang entlang zahlreicher aufgetürmter Knochen und Schädel ist eine beliebte Grusel-Etappe für Paris-Besucher.

Verbotener Teil lockt Neugierige an

Der Rest der Gänge darf nicht betreten werden, lockt aber trotzdem Neugierige an. Die Pariser Polizei schickt regelmäßig Beamte hinunter, die das Stollengewirr nach nicht legalen Nutzern durchforsten. Die Gänge seien gefährlich, warnte der Polizeibeamte: „Da ist man 20 Meter unter der Erde und von jeder Kommunikation abgeschnitten, es fehlt jede Orientierung.“ (dpa)