Verdächtiger nach Anschlägen auf Mallorca festgenommen

Paris. Die französische Polizei hat am Mittwoch drei mutmaßliche Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA festgenommen. Unter ihnen sei auch einer von sechs Verdächtigen, die nach dem Bombenanschlag auf der Mittelmeerinsel Mallorca Ende Juli gesucht werden.

In Frankreich hat die Polizei drei mutmaßliche Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA festgenommen. Eine Spezialeinheit fasste die drei bewaffneten Männer nach Angaben aus Ermittlerkreisen am Mittwochmorgen im Skiort Le Corbier Villarembert im Südosten Frankreichs. Bei einem von ihnen soll es sich laut spanischen Medienberichten um ein per Großfahndung gesuchtes ETA-Führungsmitglied handeln.

Die Männer würden verdächtigt, zum militärischen Arm der ETA zu gehören und für die Versorgung mit Waffen und Material zuständig zu sein, erklärten die französischen Ermittler. Schwer bewaffnete Polizisten stürmten am frühen Morgen ihre Wohnung in dem kleinen Skiort etwa 50 Kilometer vor der italienischen Grenze. Die Männer hatten demnach Schusswaffen und gefälschte Papiere bei sich. Sie hätten aber keinen Widerstand geleistet und wurden offenbar im Schlaf überrascht. Den Festnahmen gingen laut Paris über mehrere Monate gemeinsame Ermittlungen der französischen und spanischen Behörden voraus.

Der spanischen Nachrichtenagentur Vasco Press zufolge handelt es sich bei einem der Festgenommenen um Aitzol Etxaburu, der ein Führungsmitglied des militärischen Arms der ETA und einer der meistgesuchten Männer Spaniens sein soll. Ein zweiter Festgenommener sei Alberto Machain, nach dem die spanische Polizei seit den Bombenanschlägen auf Mallorca von Ende Juli mit fünf anderen Verdächtigen fahndet. Der Namen des dritten Festgenommenen wurde mit Andoni Sarasola angegeben.

Die vor 50 Jahren gegründete Untergrundorganisation kämpft gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden Spaniens und im Süden Frankreichs. Dabei wurden bislang fast 830 Menschen getötet. Auch die Urlaubsinsel Mallorca war Ende Juli und Anfang August Ziel von Anschlägen. (afp)

 
 

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