Vater ruft verzweifelt um Hilfe, damit sein Sohn (2) und er nicht obdachlos werden

Ein alleinerziehender Vater kämpft dagegen, in die Obdachlosigkeit zu rutschen.
Ein alleinerziehender Vater kämpft dagegen, in die Obdachlosigkeit zu rutschen.
Foto: Jürgen Ritter / imago/Jürgen Ritter
  • Weil er keine Wohnung in Hamburg für sich und seinen Sohn findet, wendet sich ein alleinerziehender Vater mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit
  • Wenn er keine Bleibe findet, landet er auf der Straße

Hamburg.  Was das Mieten von Wohnungen angeht, gehört Hamburg zu den teuersten Städten. Wohnraum ist hier besonders knapp. Nur wer das nötige Kleingeld besitzt, kann sich hier eine Wohnung leisten. Alle anderen werden verdrängt.

Genauso wie Sascha und sein zweijähriger Sohn Joel-Julien S., der jetzt in einem dramatischen Hilferuf in der „Mopo“ seine Geschichte erzählt hat. Seit dem 1. November ist er ohne Bleibe, schläft mit seinem Sohn auf Matratzen von Freunden.

Alles habe angefangen mit der Hochzeit mit der Joel-Juliens Mutter. Kurz nach der Hochzeit habe sie einen neuen Mann kennengelernt. Ihre Beziehung, ihre kleine Familie, ging in die Brüche.

Vater vor dem Absturz in die Obdachlosigkeit

Mit ihrem neuen Freund habe sie ein weiteres Kind bekommen, sie sei überfordert gewesen. Ein Gericht habe Sascha schließlich das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen, heißt es.

Von nun an musste er allein die Verantwortung für seinen Sohn und sich selbst übernehmen. Seinen Job als Kellner habe er wegen des Kindes aufgeben müssen – und wenig später habe er deshalb auch sein WG-Zimmer verloren.

Der Mann, mit dem er zusammen gewohnt habe, habe das Geschrei und den Lärm des Zweijährigen nicht mehr aushalten können und habe den alleinerziehenden Vater vor die Tür gesetzt.

Seitdem ist er auf die Hilfe von Freunden angewiesen. Vonseiten der Behörden bekomme er wenig Hilfe, sagt er. „Ich habe gedacht, dass die Behörden einen Vater mit Kleinkind sicher nicht im Stich lassen.“

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Doch mehr als ein Dringlichkeitsschein, mit dem er bei öffentlich-geförderten Wohnungen bevorzugt werden würde, hat er laut „Mopo“ bereits erhalten. Trotz zahlreicher Bewerbungen brachte das aber nichts.

Sollten alle Stricke reißen und auch seine Freunde ihm nicht weiterhelfen, hätten Vater und Sohn den Status der Obdachlosigkeit. Dann würde er einen Platz in einer Notunterkunft bekommen – keine gute Lösung für ein zweijähriges Kind. Und es bliebe ihm noch die Option, ins entfernte Kassel, wo seine Eltern wohnen, zu gehen und sie um Hilfe zu bitten.

Zumindest einen Job hat er jetzt aber in Aussicht. Freunde haben ihm eine Stelle im Vertrieb angeboten. Wenigstens wäre damit ein Problem gelöst. (bekö)

 

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