US-Popstar Bruno Mars: „Früher war ich ein Wilder“

Prince und Michael Jackson sind seine großen Vorbilder: Bruno Mars hat sich von den Megastars beeinflussen lassen.
Prince und Michael Jackson sind seine großen Vorbilder: Bruno Mars hat sich von den Megastars beeinflussen lassen.
Foto: picture alliance / Frank Micelot
Popstar Bruno Mars ist mit einem neuen Party-Album zurück. Ein Gespräch über den perfekten Abend und sein Idol Michael Jackson

Los Angeles .. Er hat vier Grammys, sechs Nummer-eins-Singles in den US-Charts, und mit „Uptown Funk“ gelang dem gebürtigen Hawaiianer Bruno Mars (31) der weltweit größte Hit der letzten zwei Jahre. Nun kehrt der aktuell vielleicht erfolgreichste männliche Popstar – der alle Lieder selbst schreibt und produziert – zurück mit seinem dritten Album „24K Magic“.

Der Sohn einer Philippinin und eines Puerto Ricaners lebt in Los Angeles. Ein Interview über Partys und seine Vorbilder Michael Jackson und Prince.

Bruno, was bedeutet der Titel „24K Magic“ und worum genau geht es in dem Song?

Bruno Mars: Der Song beschreibt meine Idealvorstellung von einem perfekten Abend.

Wie sieht der perfekte Abend aus Ihrer Sicht denn aus?

Mars: Ich bin auf einer Party. Überall fließt Champagner. Am besten Erdbeerchampagner, den lieben die Ladys. Und alle haben sich richtig hübsch gemacht.

Wird auch getanzt?

Mars: Machen Sie Witze? Selbstverständlich wird getanzt. Deshalb sind wir doch da! Wir tanzen uns um den Verstand.

Gehen Sie oft auf Partys?

Mars: Nein, im Gegenteil. Ich bin nicht der Typ, der viel feiern geht. Wenn ich nicht toure, verbringe ich die Abende am liebsten mit meiner Freundin und unserem Hund auf dem Sofa, wir gucken gerne Serien und hängen einfach zusammen ab. Mein privates Leben ist nicht sehr aufregend. Ich halte mich zurück. Ich käme auch niemals auf den Gedanken, mich in den sozialen Medien zu entblößen.

Im Song „Perm“ fordern Sie die Leute auf, Instagram und Twitter zu vergessen. Sind Handys insgesamt ein Stimmungskiller?

Mars: Total. Ich nehme meins nie mit, wenn ich ausgehe. Ich finde das bescheuert, dieses „Hey, guckt mal, wo ich gerade bin und wieviel Spaß ich habe“. Ich habe lieber Spaß, ohne online zu sein und ständig blöde Selfies zu machen. Ich will mich gehen lassen können.

Sie sind auf Hawaii in eine Showfamilie hineingeboren worden, stehen seit Ihrem vierten Lebensjahr auf der Bühne und sind dann nach diversen Rückschlägen im Alter von Mitte 20 berühmt geworden. Wie sehr motiviert Sie dieser Erfolg?

Mars: Überhaupt nicht. Ein Prominenter zu werden, das war nie Teil meines Traums, den ich als Kind schon träumte. Ich wollte singen, Musik machen. Musik ist alles, was ich kann und was ich kenne. Ich bin süchtig danach, ein Mikrofon in der Hand zu halten und in einem Raum voller Leute die Stimme zu erheben. Das Gefühl, die Menschen zum Tanzen und Spaß haben zu bringen, ist für mich ein sehr starkes, euphorisierendes Gefühl. Als Kind war ich glücklich, wenn die Leute für mich klatschten. Und wenn die Mädchen mich anlächelten.

Darf man Sie fragen, an welche Mädchen Sie denn heute denken, wenn Sie Ihre sexy Liebeslieder singen?

Mars: Oh, heute nur noch an mein Mädchen. Wir sind seit sechs Jahren glücklich zusammen.

Sie sind mit dem Model Jessica Caban zusammen. Hat sie Sie gezähmt?

Mars: Das kann man so sagen. Früher war ich ein Wilder, ich nahm meine Chancen bei den Frauen wahr. Das ist längst ganz anders, ich bin ja auch schon 31, kein kleiner Junge mehr. Ich spiele jeden neuen Song als Erstes meiner Freundin vor. Dann gucke ich, wie sie reagiert, ob sie tanzt, ob sie lächelt. Wenn mein Lied meiner Freundin gefällt, dann weiß ich, dass es gut ist.

Einige Ihrer neuen Songs erinnern an Michael Jackson und an Prince. Ist das Absicht?

Mars: Ja. Die zwei waren die Größten. „Purple Rain“ ist ein perfekter Song. „Billie Jean“ ist ein perfekter Song. Beide waren großartige Sänger, Tänzer, Songschreiber. Ich war ein Kind, sieben Jahre alt, als Michael beim Super Bowl 1993 auftrat. Ich weiß, dass ich vor dem Fernseher saß und dachte: „Der Typ lebt für seine Musik. Das ist dein Vorbild.“

Was haben Sie von diesen Legenden gelernt?

Mars: Mich treiben die an. Beide waren wahnsinnige Perfektionisten, davon habe ich mir sehr viel abgeschaut. Ich will in jedem Moment mein Bestes geben, bin fast nie zu 100 Prozent zufrieden, und es gab Phasen während der Albumproduktion, da fand ich weder Ruhe noch Abstand, ich war total im Tunnel. Ich bin wie ein Maler, der dem Bild immer noch eine Farbe zusätzlich hinzufügen will.

Was ist Ihre Belohnung?

Mars: Wenn mir jemand sagt: „Bruno, ich liebe diesen Song“. Bestätigung und Zuspruch sind jedes Opfer wert.

 
 

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