Undercover-Recherche führt Journalisten zu Reporter-Kollegen

Britische Journalisten testeten, ob ein Babykauf im Internet klappt. Tatsächlich stießen sie auf andere Journalisten.
Britische Journalisten testeten, ob ein Babykauf im Internet klappt. Tatsächlich stießen sie auf andere Journalisten.
Foto: dpa
Bei einer Undercover-Recherche haben britische Zeitungsreporter ausgelotet, ob in Bulgarien via Internetannonce der Kauf eines Babys möglich ist. Daraufhin wurden dann bulgarische TV-Reporter aufmerksam, die eine große Story witterten.

London. Kann man in Bulgarien ein Baby kaufen? Bei der Klärung dieser Frage sind einem bulgarischen Fernsehbericht zufolge zwei Teams verdeckter Reporter aufeinandergetroffen - als angebliche Kunden und als angebliche Verkäufer. Zwei Investigativ-Journalisten der britischen "Sunday Times" hatten undercover eine Anzeige in einem Forum geschaltet, wie der bulgarische Fernsehsender Nova berichtet. Dessen Beitrag ist auf Youtube zu sehen.

Die Online-Annonce der Briten entdeckten ausgerechnet Reporter von Nova - und der Sender schickte seinerseits Mitarbeiter als vermeintliche Verkäufer los. Sie trafen das falsche Londoner Paar mit Kinderwunsch in Bulgarien und nahmen die Begegnung heimlich auf. Nach dem Kennenlernen, bei dem es zu keinem Deal kam, gaben sich die beiden Reporter der "Sunday Times" demnach in einer E-Mail zu erkennen. Daraufhin outeten sich auch die bulgarischen Journalisten.

Briten nehmen es mit Humor

Die Briten nahmen es Nova zufolge mit Humor: Sowas sei ihnen noch nie passiert. "Das gehört zu den verrückten Dingen, die Undercover-Journalisten erleben können, die ein bisschen tricksen", kommentierte Journalismus-Professor Roy Greenslade im Medien-Blog der britischen Zeitung "Guardian" die Geschichte. Eine angefragte Stellungnahme der "Sunday Times" lag zunächst nicht vor. (dpa)

 
 

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