Unbekannter übernimmt Restaurantrechnung für behinderte Kinder – diese traurige Geschichte steckt hinter seiner guten Tat

Diese Botschaft hatte der unbekannte Spender in dem bayerischen Restaurant hinterlassen.
Diese Botschaft hatte der unbekannte Spender in dem bayerischen Restaurant hinterlassen.
Foto: Bildungsstätte St. Wolfgang
  • Hinter der guten Tat Dirk Harmssens steckt ein schwerer Schicksalschlag
  • Der 39-Jährige Landshuter hat seine jüngste Tochter verloren
  • Deshalb wollte der Mann anonym bleiben und so geht er nun mit all der Aufmerksamkeit um

Straubing.  Die gute Tat eines Unbekannten, der in einem Restaurant im bayerischen Straubing die Rechnung für zehn behinderte Kinder und ihre Betreuer übernommen hat, begeisterte viele, auch über die Grenzen Bayerns hinaus.

Zunächst war nicht bekannt, um wen es sich bei dem Spender handelte, er hatte nur seine Initialen auf einem Zettel hinterlassen – bis sich der Mann in der „Passauer Neuen Presse“ zu erkennen gab, wie wir hier bereits berichteten.

Seitdem ist klar: Die beiden Buchstaben stehen für Dirk Harmssen, einen Unternehmer aus der bayerischen Stadt Landshut – und dass ein schwerer Schicksalschlag für seinen Tat verantwortlich war. Der Passauer Zeitung hat der 39-Jährige außerdem verraten, warum er anonym bleiben wollte wie er mit all der Aufmerksamkeit umgeht.

„Das war die schwerste Zeit in meinem Leben“

Anfang des Jahres haben Dirk Harmsssen und seine Frau ihre vier Monate alte Tochter Mila verloren. Der Tod ihrer jüngsten Tochter habe die Familie hart getroffen. Die Eltern haben noch vier weitere Kinder zwischen drei und 16 Jahren.

„Das war definitiv die schwerste Zeit in meinem Leben“, erklärte der Mann der „Passauer Neuen Presse“. Seine Tochter sei schwer krank gewesen, sie litt an Trisomie 18. Bei der Krankheit handelt es sich um eine genetisch bedingte schwere Entwicklungsstörung, die Behinderungen hervorruft und die nicht zu heilen ist. Sie führt oft schon bei der Geburt eines Kindes zum Tod.

Die Pflege seines Kindes bestimmte den Alltag des 39-Jährigen, der Mann verlor eines von drei Bettenhäusern, die er als Unternehmer leitet. „Es war mein erstes eigenes Geschäft. Emotional war es mir das liebste. Wir haben sogar den Innovationspreis gewonnen. Das tut umso mehr weh“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ dazu.

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Dirk Harmssen wollte anonym bleiben

All das habe seine Sicht auf die Welt verändert und ist sicher auch zum Teil für seine gute Tat verantwortlich – doch nicht nur.

Zur Situation in dem Straubinger Restaurant erklärt Dirk Harmssen: „Es hat mich zutiefst beeindruckt, wie die Betreuer sich in dem Burger-Restaurant um diese Kinder gekümmert haben.“ Anderen Gästen sei die Situation dagegen seinem Eindruck nach sichtlich unangenehm gewesen. „Ein Pärchen an einem anderen Tisch hat sich sogar weggedreht“, sagt er.

Für die anonyme Botschaft hat der 39-Jährige sich aus diesem Grund entschieden: „Die waren so mit sich selbst beschäftigt, da wollte ich nicht stören.“

„Geben ist seliger als Nehmen“

Mit einer solch großen Aufmerksamkeit in den Medien und in den sozialen Netzwerken hat der Unternehmer nicht gerechnet, sie war auch nicht beabsichtigt. Wie die „Passauer Neue Presse“ schreibt, hatten allerdings Bekannte des Mannes seine Handschrift erkannt und seinen Namen öffentlich gemacht.

Dirk Harmssen freue sich über all die positiven Kommentare, er appelliert jedoch vor allem an die Hilfsbereitschaft der Menschen: „Ich hoffe, dass andere auch auf so eine Idee kommen. Man muss anderen auch etwas gönnen können. Geben ist wirklich seliger als Nehmen.“ (alka)

 
 

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