Übermalt und abgerissen: Graffiti-Künstler erhalten 6,7 Millionen Dollar Schadenersatz

Der New Yorker Lagerhauskomplex „5Pointz“ vor seinem Abriss.
Der New Yorker Lagerhauskomplex „5Pointz“ vor seinem Abriss.
Foto: Justin Lane / dpa
  • Ein New Yorker Gericht urteilt: Graffiti ist Kunst und schützenswert
  • Eine Gruppe von Graffiti-Künstlern des „5Pointz“-Zentrums erhalten Entschädigung in Millionenhöhe
  • Ein Anwalt meint: Ein längst fälliges Urteil!

New York.  Graffiti ist Kunst! Das beweist einmal mehr das Urteil eines New Yorker Gerichts, das einer Gruppe von Graffiti-Künstlern einen Schadensersatz von 6,7 Millionen US-Dollar (5,5 Millionen Euro) zuspricht. Dabei geht es um den früheren Lagerhauskomplex „5Pointz“.

Ein Richter in der US-Metropole bezeichnete den inzwischen abgerissenen Komplex in seinem Urteil am Montag (Ortszeit) als „Mekka für die weltgrößte Sammlung hochwertiger Sprühdosen-Kunst“. Die 21 Künstler seien von der Entscheidung des Gerichts „begeistert“, sagte Anwalt Eric Baum der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Luxuswohnungen statt Graffiti

„5Pointz“ im Stadtteil Queens war eine Pilgerstätte für Künstler und Graffiti-Fans gewesen. Eigentümer Jerry Wolkoff hatte die Außenwände des auch aus Filmen bekannten und bei Touristen beliebten Graffiti-Zentrums 2013 über Nacht mit weißer Farbe übermalen lassen.

Er ließ den Komplex danach abreißen und auf dem Grundstück Luxuswohnungen bauen - zum Protest vieler Künstler und Unterstützer. Bekannte Sprayer hatten seit den 90er-Jahren Werke zu „5Pointz“ beigetragen.

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Schützenswerte Arbeiten

Ein dreiwöchiger Gerichtsprozess im November hatte sich vor allem um die Frage gedreht, ob Graffiti trotz seiner Vergänglichkeit als Kunst gilt, die mit geltendem Recht geschützt werden muss. Die Jury musste dabei die Rechte Wolkoffs als Eigentümer der Immobilien gegen die Rechte der Künstler abwägen.

Ihrer Meinung schloss Richter Frederick Block sich an und bezeichnete 45 Graffiti-Arbeiten als schützenswert.

„Endlich als Kunst anerkannt“

Die Arbeit von Graffiti-Künstlern werde endlich als Kunst anerkannt, sagte Anwalt Eric Baum. „Alle „5Pointz“-Künstler sind professionelle Künstler, die ihr Leben damit verbracht haben, die nötigen Techniken zu beherrschen.“

Ob die Gruppe das Geld möglicherweise in neue Graffiti-Projekte investiert, war zunächst unklar. (dpa/alka)

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