Über 100 Tote in Mekka – Kran kippt auf Moschee

Ein Kran ist auf die Heilige Moschee in Mekka gestürzt. Es gab Dutzende Tote.
Ein Kran ist auf die Heilige Moschee in Mekka gestürzt. Es gab Dutzende Tote.
Foto: dpa
Nachdem ein Kran in Mekka an der Heiligen Moschee umgestürzt ist, sterben mindestens 107 Menschen, noch mehr wurden verletzt, teilen Behörden mit.

Dubai.. Rote Kranteile sind zu sehen, die sich durch die Decke des Gebäudes gebohrt haben. Trümmer, dazwischen Tote und Verletzte, liegen auf dem Boden der Heiligen Moschee von Mekka. Ein Unwetter mit plötzlich aufkommenden Windböen hat am Freitagabend zu dem Unglück geführt: Ein Kran stürzte zur Zeit des Gebets zum Sonnenuntergang in den Komplex des zentralen Heiligtums des Islams und riss in Saudi-Arabien mindestens 107 Menschen in den Tod. Nach Angaben des saudischen Zivilschutzes wurden zudem mehr als 238 Menschen verletzt.

Die saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete, die Krankenhäuser der Stadt seien in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Es seien zusätzliche Blutkonserven bereitgestellt, um die große Zahl der Verletzten zu behandeln.

Das Unglück kommt zu einer Zeit, in der die Vorbereitungen für die große islamische Pilgerfahrt auf Hochtouren laufen. Denn in etwa zehn Tagen - genau weiß man es erst, wenn die Mondsichel gesichtet wird - werden in Mekka wieder Millionen Gläubige zum "Hadsch" erwartet. Aber bereits jetzt sollen, türkischen Medien nach, etwa 800.000 Pilger in Mekka sein.

Es gab schon mehrere schwere Unglücke in Mekka

Dort versammeln sie sich im Hof der Großen Moschee, wo die würfelförmige Kaaba ist, pilgern zum etwa 25 Kilometer entfernten Berg Arafat, wo der Prophet Mohammed seine letzte Predigt gehalten haben soll, und begehen auf dem Rückweg nach Mekka die symbolische Steinigung des Teufels, indem sie Kieselsteine auf Wände werfen.

Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islams. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben nach Mekka pilgern.

Immer wieder kommt es dabei aber auch zu tödlichen Unglücken: Beim schwersten - im Jahr 1990 - starben bei einer Massenpanik mehr als 1400 Menschen. Im Jahr 2006 starben bei einer Massenpanik mehr als 350 Menschen. Im Jahr 1979 griffen während des "Hadsch" bewaffnete Attentäter die Heilige Moschee an und nahmen die Gläubigen als Geiseln. Hunderte Menschen starben damals.

In Mekka wird kräftig gebaut

Inzwischen wird Mekka von den saudischen Sicherheitskräften stark überwacht. Und es wird mächtig gebaut: Die Wallfahrtsstrecke wurde erweitert und das einstige Nadelöhr, die Brücke bei Mina, auf mehrere Ebenen ausgebaut.

Eine neue Metro transportiert seit vier Jahren Hunderttausende Wallfahrer, die nicht laufen wollen, zwischen den Heiligen Stätten. Die Pilgerstadt ist zu einer modernen Metropole geworden. Das US-Nachrichtenmagazin "Time" schrieb vor einem Jahr, dass der Bautätigkeit in Mekka jedoch viele historische Stätten zum Opfer fallen.

Vor der Naturgewalt bot all dies nun keinen Schutz. Mehr Einzelheiten zu dem Unglück gab es zunächst nicht. Die saudische Behörden ordneten eine Untersuchung an. Aufgrund der vielen Verletzten, dürfte die Zahl der Toten noch weiter steigen.

Mekka liegt etwa 70 Kilometer vom Roten Meer entfernt und trägt den Ehrentitel "al-Mukarrama" ("die Ehrwürdige"). Die günstige Lage am Schnittpunkt mehrerer Karawanenstraßen auf der Arabischen Halbinsel machte sie schon früh zu einem bedeutenden Handelsplatz. Traditionell sind die Pilgerströme für die Millionenmetropole eine bedeutende Einnahmequelle. Nicht-Muslime dürfen die Stadt nicht betreten. (dpa/we)

 
 

EURE FAVORITEN

So schützt du deinen Hund vor der Sommerhitze

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.
Di, 03.07.2018, 18.50 Uhr

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.

Beschreibung anzeigen