Tumulte nach Todessturz aus Gerichtsfenster in Hameln

Bei Ausschreitungen am Hamelner Amtsgericht wurden mindestens zwölf Polizisten verletzt.
Bei Ausschreitungen am Hamelner Amtsgericht wurden mindestens zwölf Polizisten verletzt.
Foto: Uli Deck/Symbolbild
Nachdem ein mutmaßlicher Räuber aus dem Fenster des Hamelner Amtsgericht stürzte, kam es zu heftigen Ausschreitungen. 14 Polizisten wurden verletzt.

Hameln.. Erst stürzte ein mutmaßlicher Räuber aus dem siebten Stock des Hamelner Amtsgerichts, dann stießen Angehörige und die Polizei zusammen. Bei den Ausschreitungen wurden am Mittwochabend 14 Polizisten verletzt, wie ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen sagte.

Der mutmaßliche Räuber war zuvor nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover aus einem Fenster des Gerichts gestürzt. Wie genau der Unfall passierte, ist noch unklar. Aus Polizeikreisen hieß es, der Mann habe vermutlich flüchten wollen. Der 26-Jährige stand im Verdacht, am Dienstag bei Hameln eine Tankstelle ausgeraubt zu haben.

Familienmitglieder warfen Pflastersteine

Nach dem Sturz wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, für ihn kam aber jede Hilfe zu spät. Nach ersten Ausschreitungen durch wartende Angehörige des 26-Jährigen vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich später etwa 30 Familienmitglieder vor der Klinik. Sie schleuderten nach Polizeiangaben Pflastersteine. Mehrere Beamte seien von den Steinen getroffen worden. Beide Seiten setzten Pfefferspray ein. Dabei gab es ebenfalls Verletzte.

Hamelns Landrat Tjark Bartels (SPD) sagte: "Wir haben eine Tragödie und eine schreckliche Gewalteskalation erlebt." Er sei entsetzt über die hemmungslose Gewalt gegen Polizisten und Sanitäter, die am Einsatzort zur Hilfe geeilt seien. (dpa)

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