Todes-Drama auf A4: Mann stirbt – Bundeswehr-Helden verhindern schlimmere Katastrophe

Der Hauptfeldwebel Friedemann Frischko (r.) und der Oberstabsgefreite Christopher Seidel haben mit einem Lkw der Bundeswehr am Mittwoch (12.06.2019) auf der A4 bei Gera in Thüringen einen außer Kontrolle geratenen Lastwagen gestoppt.
Der Hauptfeldwebel Friedemann Frischko (r.) und der Oberstabsgefreite Christopher Seidel haben mit einem Lkw der Bundeswehr am Mittwoch (12.06.2019) auf der A4 bei Gera in Thüringen einen außer Kontrolle geratenen Lastwagen gestoppt.
Foto: Bodo Schackow / dpa
  • Ein Lkw-Fahrer sackt auf der A4 hinter dem Steuer zusammen
  • Soldaten bringen seinen rollenden Sattelzug mit einem Bundeswehr-Laster zum Stehen

Ronneburg. Auf der A4 haben sich am Mittwoch dramatische Szenen abgespielt. Ein Mann verlor dabei sein Leben.

Der Lkw-Fahrer (67) war dort bei voller Fahrt am Steuer zusammengesackt, leblos hing er in der Fahrerkabine, während sein Sattelzug weiter über die A4 in Thüringen rollte.

Glück im Unglück: Bundeswehr-Soldaten setzten sich mit ihrem Laster vor den führerlosen Lkw und bremsten ihn aus. Damit haben sie wohl eine noch viel größere Katastrophe verhindert.

Ein Notarzt, der zufällig in der Nähe war, konnte später nur noch den Tod des 67-Jährigen aus Sachsen-Anhalt feststellen, wie die Autobahnpolizei mitteilte.

Lkw-Drama auf der A4 in Thüringen: Mann stirbt - Bundeswehr-Soldaten schreiten ein

Am Steuer des Bundeswehr-Lasters saß Hauptfeldwebel Friedemann Frischko (41) vom Panzerpionierbataillon 701 aus Gera.

Er schildert die unglaublichen Szenen auf der A4 so: „Der Oberstabsgefreite Christopher Seidel und ich waren auf der A4 Richtung Dresden unterwegs, als wir vor uns einen 40-Tonner sahen, der in die Mittelleitplanke fuhr und anschließend wieder auf die Fahrbahn zurückkam.“

Ein weiterer Bundeswehrlaster, der zufällig hinter dem von Frischko fuhr, konnte sich neben den Sattelzug setzen. Die Soldaten sahen von dort, dass der Fahrer bewusstlos war.

Führerloser Lkw rollt über die A4 - Soldat bremst ihn aus

Ohne jede Kontrolle rollte der Truck im Schritttempo durch eine Baustelle zwischen Gera-Leumnitz und Ronneburg. Ein Soldat versuchte zunächst, in das Führerhaus des Sattelzugs zu gelangen – leider erfolglos. Also startete Friedemann Frischko das erfolgreiche Bremsmanöver.

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Als der Lkw fast schon zum Stehen gekommen war, konnte der Soldat den Truck endgültig bremsen. Schließlich kümmerten die Soldaten und der Notarzt sich um den Fahrer und versuchten, ihn zu reanimieren. Zu spät - der 67-Jährige war bereits tot.

Bundeswehr-Helden wollen keine Helden sein: „Selbstverständlichkeit“

Frischko betont: „Es war eine Zusammenarbeit mit den Kameraden aus Havelberg, mit dem zivilen Notarzt und auch den anderen zivilen Rettungskräften. Wir haben einfach Hand in Hand gearbeitet.“

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Auch wenn ohnehin keine Zeit für langes Überlegen gewesen sei, habe er es als Selbstverständlichkeit empfunden, sich einzusetzen. „So etwas kann uns allen jeden Tag passieren, und dann wünsche ich mir, das andere ebenso helfen.“

Kritik an Lkw-Fahrern, die nicht geholfen haben

Kritik übt er an einigen Lkw-Fahrern, die das Drama auch mitbekommen haben müssten - und nicht anhielten.

Nach dem Unfall war die A4 vorübergehend voll gesperrt. Erst am frühen Nachmittag konnte der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen mit Rückstaus wieder fließen. (dpa/lin)

 
 

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