Tod einer ägyptischer Studentin in Cottbus: War es doch kein Unfall?

Die Stadthalle in Cottbus. Wenige Meter von hier wurde die ägyptische Studentin Shaden M. tödlich verletzt.
Die Stadthalle in Cottbus. Wenige Meter von hier wurde die ägyptische Studentin Shaden M. tödlich verletzt.
Foto: imago stock&people / imago/CHROMORANGE
  • Die ägyptische Studentin Shaden M. (22) wurde an Ostern in Cottbus von einem Auto erfasst und starb
  • Bislang ist die Polizei von einem Unfall ausgegangen
  • Nun sagen mehrere Zeugen: Der Fahrer des Wagen beschleunigte vor dem Aufprall

Cottbus.  Die Umstände des Todes einer ägyptischen Studentin in Cottbus werfen Fragen auf. Nach einem Bericht des RBB soll der Wagen, der Shaden M. in der Nacht zum Ostersamstag erfasste und tödlich verletzte, vor der Kollision beschleunigt haben. Bisher war die Polizei von einem Unfall ausgegangen.

Der Sender hat mit drei Zeugen gesprochen, die in der Nacht vor Ort waren. Zwei ägyptische Studenten, die mit Shaden M. unterwegs waren, und ein weiterer Mann, der nicht zu der Gruppe gehörte, berichten übereinstimmend, dass der Wagen die 22-Jährige mit hoher Geschwindigkeit getroffen hat.

„Er beschleunigte immer mehr“

„Wir hörten plötzlich hinter uns ein Auto beschleunigen. Es beschleunigte immer mehr“, zitiert der Sender Momen Nabil, einen von M.s Begleitern. „Shaden ging uns voraus. Der Wagen traf sie heftig.“

Der Zeuge, der nicht mit der Gruppe unterwegs war, schätzt dem Bericht zufolge wegen der Lautstärke des Knalls beim Aufprall die Geschwindigkeit des Wagens auf 60 bis 70 Stundenkilometer. „Ich weiß dann noch, dass jemand mit einem Schuh des Unfallopfers kam, und meinte, dass der auf die andere Straßenseite geflogen ist“,sagte der Mann, der aus Angst vor Ausländerfeinden nicht erkannt werden möchte, dem RBB. „Ich glaube, so was kann bei dreißig nicht passieren.“

Ausländerfeindliche Beleidigungen nach dem Crash

Der Zusammenstoß ereignete sich in einer Dreißiger-Zone. Aus einem Gutachten zum Unfallhergang, das der Staatsanwaltschaft vorliegt, geht hervor, dass die Kollision unvermeidbar war – und dass der 20 Jahre alte Fahrer aus Sachsen schneller gefahren war, als erlaubt.

Der anonyme Zeuge berichtet laut RBB auch, dass die Autoinsassen nach der Kollision zu Fuß zurück gekommen seien und angefangen hätten, M. ausländerfeindlich zu beschimpfen. Anwesende Polizisten hätten dies aber ignoriert. Von fremdenfeindlichen Äußerungen hatte wenige Wochen nach M.s Tod schon eine weitere Zeugin berichtet. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt unter anderem wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und Beleidigung. (tma)

 
 

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