Tipps für die Planung der altengerechten Wohnung

Barrierefreiheit im Alter: Das schließt fehlende Türschwellen und eine ebenerdige Dusche ein.
Barrierefreiheit im Alter: Das schließt fehlende Türschwellen und eine ebenerdige Dusche ein.
Foto: KfW
Wenn die Beweglichkeit nachlässt, sollte man frühzeitig handeln. Seit Anfang Oktober gibt es von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau ( KfW) einen neuen Zuschuss, um in der Wohnung Barrieren oder Stolperfallen zu beseitigen. Noch sind die altersgerecht ausgebauten Wohnungen Mangelware.

Berlin. Mit witzigen Karikaturen will die Landesarbeitsgemeinschaft Wohnungsberatung vor alltäglichen Unfällen warnen. Vom Sturz in der Dusche bis zum Balanceakt auf einem wackligen Stuhl reicht die Palette der gesundheitsgefährdenden Missgeschicke. Das Sprichwort, nach dem die meisten Unfälle zu Hause geschehen, wird auch mit Zahlen gefüllt: 6625 tödliche Unfälle in Heim und Freizeit gibt es im Jahr. Fast 80 Prozent davon passieren älteren Menschen über 65 Jahre. „Stürze sind oft der Beginn der Pflegephase“, sagt Susanne Tyll, die Sprecherin der Wohnungsberatung.

Sicherheit vermitteln barrierefreie Zimmer, Küchen und Bäder, in denen es keine Türschwellen oder Stufen gibt, die großzügig geschnitten oder an der richtigen Stelle mit Haltegriffen ausgestattet sind. Noch sind die altersgerecht ausgebauten Wohnungen Mangelware. Die Landesbausparkassen stellten in einer Studie fest, dass aktuell in NRW rund 700.000 entsprechend ausgestattete Wohnungen fehlten. Angesicht der rapide alternden Gesellschaft würde die Zahl bis 2030 auf 824.000 steigen.

Nachrüstung wird viel teuer

„Wir schauen, was die Menschen brauchen, um die Modernisierungen umzusetzen“, so Tyll. Eine Einrichtung wie die Wohnungsberatung gibt es sonst nirgendwo in Deutschland flächendeckend. 128 Beratungsstellen sind über ganz NRW verteilt. Die Fachleute kommen kostenlos zum Hausbesuch und loten den Bedarf aus. Auch die Umgebung wird mit in den Blick genommen. Denn was nützt eine gut ausgestattete Wohnung, wenn es in der Nähe keine Ärzte oder Einkaufsmöglichkeiten mehr gibt. Aus all den Informationen stellen die Berater dann einen Weg zum altersgerechten Wohnen zusammen. Schließlich will fast jeder Bürger möglichst lange in den gewohnten vier Wänden leben.

Experten raten auch jüngeren Bauherren oder Wohnungseigentümern, beim Bau oder einer Sanierung barrierefreie Räumlichkeiten herzurichten. Damit verteuern sich die Arbeiten zwar um durchschnittlich drei Prozent. Aber eine Nachrüstung wird viel teurer. Allein der Umbau eines Bades mit einem ebenerdigen Zugang zur Dusche kann ein paar Tausend Euro verschlingen. Wer lange in den eigenen vier Wänden leben will, ist später mal auf eine altersgerechte Ausstattung angewiesen. Und wer seine Wohnung einmal vermieten will, hat mit einer barrierefreien Umgebung bessere Chancen auf dem Wohnungsmarkt. Denn die Nachfrage in diesem Segment wird erheblich steigen.

Zuschüsse bis zu 5000 Euro möglich

Es gibt verschiedene Wege, eine Modernisierung für spätere Anforderungen zu finanzieren. Seit dem 1. Oktober 2014 gibt es bei der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wieder eine Zuschussvariante im Programm „Altersgerechtes Umbauen (KfW-Programmnummer 455)“. Private Wohneigentümer können zu ihrer Investition für jede Wohneinheit oder den Kauf einer barrierearmen Wohnung einen Zuschuss in Höhe von bis zu 5000 Euro beantragen. Auch Mieter erhalten den Zuschuss, sofern ihr Vermieter der Modernisierung zustimmt.

Die KfW bietet zudem ein Kreditprogramm an. Ab einem Zinssatz von einem Prozent gewährt das Institut Darlehen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro für den Kauf oder den Umbau zu einer barrierefreien Wohnung. Das Alter der Bauherren spielt bei der Zusage keine Rolle. Der Antrag wird bei der Hausbank gestellt, die dafür im Zweifel auch geradestehen muss. So steht zu befürchten, dass es doch auch aufgrund des Alters eventuell Hindernisse bei der Vergabe geben könnte.

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist der eigene Riester-Sparvertrag für die geförderte Altersvorsorge. Seit Jahresbeginn darf dieses Kapital auch als Wohn-Riester für eine altersgerechte Modernisierung des Eigenheims verwendet werden. Wurde die Immobilie vor mehr als drei Jahren erworben, müssen wenigstens 20.000 Euro des angesammelten Kapitals eingesetzt werden, bei jüngeren Käufen zumindest 6000 Euro. Diese Förderung ist wie die anderen auch an verschiedene bauliche Standards gebunden.

Hier gibt es weitere Infos

Informationen zur Wohnberatung oder zum altersgerechten Umbau einer Immobilie gibt die Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW, Kreuzviertelverein, Kreuzstraße 61, 44139 Dortmund, Tel. 02 31/12 46 76

Infos der KfW: Auf der Internetseite unter dem Stichwort „altersgerechtes Umbauen“ suchen.

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