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Kritik an Baumarktkette Obi – Peta beklagt Tierquälerei

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In 16 deutschen Obi-Filialen werden Kleintiere verkauft, darunter auch in Rheinbach und Alfter. Foto: imago stock&people
„Kein Tierverkauf in Baumärkten!“ fordert Peta in ihrer aktuellsten Petition. Obi wird vorgeworfen, Tiere aus Massenzuchtanlagen zu verkaufen.

Essen. 

Links die Bodenfliesen für das Badezimmer, rechts die Tierabteilung mit Kaninchen, Meerschweinchen und Hamstern. Die Baumarktkette Obi ist in der aktuellen Aufklärungskampagne der Tierrechtsorganisation Peta heftig in die Kritik geraten. Der Vorwurf: Obi verkaufe Kleintiere, die aus tierquälerischen Zuchtanlagen stammen.

In einer Online-Petition fordert die Tierrechtsorganisation den Verkaufsstopp, ein Video des Undercover-Rechercheteams von Peta zeigt die Zustände in den kritisierten Massenbetrieben. Zu sehen sind unter anderem überfüllte Käfige mit verletzten Meerschweinchen und Mäuse, die an ihren toten Artgenossen nagen. „Wir hoffen, nunmehr endlich den Stillstand damit aufzubrechen, alle anderen kommunikativen Versuche sind gescheitert“, sagt Dr. Edmund Haferbeck von der Wissenschafts- und Rechtsabteilung Peta. Man habe Obi bereits im April diesen Jahres mit den Ergebnissen konfrontiert, bisher ginge der Verkauf aber ungehindert weiter.

Prominente Unterstützung

Musiker Thomas D, Autorin Ariane Sommer oder Fotograf Armin Morbach unterstützen die Aktion von Peta. Auf der Petitionsseite zeigen sie sich solidarisch, als Protest halten sie Schilder mit der Aufschrift „Kein Tierverkauf in Baumärkten!“ in die Kamera. Der Sänger der Fantastischen Vier postete das Bild auch auf seiner Facebook-Pinnwand mit dem Kommentar „Gute Aktion von PETA, hier kann man eine Petition unterschreiben“.

Auch andere Firmen in der Kritik

Die Vorwürfe richten sich allerdings nicht nur gegen Obi, auch andere Unternehmen wie Hagebaumarkt, Futterhaus, Dehner und Fressnapf sind in die Kritik der Tierrechtsorganisation geraten. Diese Firmen hätten sich jedoch kooperativ gezeigt, so Haferbeck, seit Veröffentlichung der Ergebnisse im April bestünde „teils ein sehr konstruktiver Dialog“. Futterhaus habe Peta sogar in die Zentrale nach Elmshorn eingeladen, um zukünftige Verbesserungen durchzusprechen.

Obi habe sich hingegen nicht gesprächsbereit gezeigt: „Nachdem man uns in einer ersten Reaktion mitgeteilt hatte, dass man durchaus gewillt sei, die nur noch 16 Filialisten, die Lebendtiere verkaufen, zu einer Aufgabe bewegen zu wollen, ist der Kontakt vollkommen abgebrochen worden“, sagt Haferbeck. Laut Peta-Recherchen verkaufen auch Obi-Filialen in NRW Kleintiere, darunter zwei in Rheinbach und eine in Alfter bei Bonn. Auf eine telefonische und schriftliche Anfrage der WAZ hat Obi bisher nicht reagiert.

Im Rahmen von monatelangen Recherchen zum Thema Heimtierhandel sei Peta auf die Zuchtbetriebe aufmerksam geworden, die Obi mit Kaninchen und Co. beliefern. Gegen elf Züchter sei bereits Strafanzeige gestellt worden, darunter sieben Züchter aus Deutschland. „Parallel dazu arbeiten wir an dem gesetzlichen Vorstoß zum Erlass eines Heimtierschutzgesetzes„, sagt Haferbeck.