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Bruno, Yvonne, Lotti – wenn Tiere zu Sommerloch-Stars werden

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Kuh "Yvonne" machte im Sommer 2011 Schlagzeilen. Am 2. September hatte ihre Flucht ein Ende. Foto: dpa (Archiv)
Ein Dorf sucht eine Schildkröte – und Deutschland fiebert mit. Die Jagd nach der bissigen „Lotti“ ist nicht der erste Fall, in dem ein Tier mitten im Sommerloch für Schlagzeilen sorgt. Erinnerungen an „Lottis“ Vorgänger: von „Sammy“ bis „Yvonne“. Und der Problembär darf auch nicht fehlen.

Essen. 

Tierische Sonderlinge wie jetzt eine bissige Alligator-Schildkröte in einem bayerische Badesee machen immer wieder Schlagzeilen. Einige prominente Fälle:

Kampfstorch „Hacky“: Der angriffslustige Adebar ging Juli 2012 im vorpommerschen Bergholz auf mehrere Autos los. Da er auch Scheiben an Türen und Fenstern mit dem Schnabel zerschlug, verhängten einige Dorfbewohner ihre Türen mit Decken. Vermutlich sah der Storch in seinem Spiegelbild einen Rivalen und hackte darauf los.

Kuh „Yvonne“: Als die Kuh, die sich für ein Reh hielt, wurde 2011 Yvonne ein Medien-Star. Auf der Flucht vor dem Schlachter türmte sie bei Ampfing in Oberbayern in den Wald und ließ sich drei Monate lang nicht fangen. Erst nach einem Schuss aus einem Betäubungsgewehr konnte sie zum Tiergnadenhof Gut Aiderbichl gebracht werden.

Zwei Schwäne und die große Liebe

Höckerschwan „Schwani“: Der Vogel aus Velen im Münsterland entflammte 2011 für einen Traktor. Sobald der Motor knatterte, watschelte er dem Gefährt durch die Grünanlagen eines Hotels hinterher. Das Happy End: Schwani verließ den Traktor und schwamm zu einer Gans.

Trauerschwänin „Petra“: 2006 fiel der schwarze Vogel mit einer skurrilen Lovestory auf dem Aasee in Münster auf.

Petra wich einem Tretboot in Schwanengestalt wochenlang nicht von der Bugwelle. Versuche, sie mit einem Schwan zu verkuppeln, scheiterten.

Problembär und Bestien im Baggersee

„Bruno“, der „Problembär“: Das aus Tirol zugewanderte Tier stapfte 2006 durch die bayerischen Wälder. Ohne Scheu vor Menschen lief Bruno durch Ferienorte, riss Schafe, knackte Hühnerställe und raubte Honig. Er wurde als gefährlich, als „Problembär“, eingestuft und zum Abschuss freigegeben. Das Spektakel fand ein Ende, als am 26. Juni 2006 ein Jäger den Bären erschoss. Brunos Kadaver wurde präpariert und in München ausgestellt.

Killerwels „Kuno“: Der Riesenfisch gilt als Urform der dackelfressenden Untiere. Er soll 2001 in einem Weiher in Mönchengladbach einen arglos am Ufer schnüffelnden Welpen verschlungen haben. Es wurde nie geklärt, ob es sich um Fakt oder Fiktion handelte. Ein 1,50 Meter langer und fast einen Zentner schwerer Fisch trieb allerdings anderthalb Jahre später tot auf dem Teich. Er wurde zu Kuno erklärt und landete ausgestopft im Museum.

Kaiman „Sammy“: Der 80 Zentimeter lange Brillenkaiman wurde 1994 zur „Bestie vom Baggersee“. Die Echse war bei einem Badeausflug mit seinem Besitzer bei Dormagen im Rheinland abgetaucht. Trotz Sommersonne blieben die entsprechenden Badestellen deshalb tagelang leer. Nach einem Medienspektakel mit einwöchiger „Großwildjagd“ landete Sammy im Zoo. (dpa)