Thierse klagt über schwäbische "Empörungswelle"

Thierse staunt über die Folgen seines Schwaben-Spotts
Thierse staunt über die Folgen seines Schwaben-Spotts
Foto: dapd
Mit seinem Spott über Schwaben in Berlin hat Wolfgang Thierse eine hitzige Debatte losgetreten. Massenhaft kritische Mails sollen ihn erreicht haben, viele mit beleidigendem Inhalt. Thierse zeigt sich überrascht und betont, die Aussagen seien ironisch gewesen.

Berlin.. Nach seiner nicht ganz ernstzunehmenden Kritik an integrationsunwilligen Schwaben in Berlin ist Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) von einer regelrechten "Empörungslawine" "überrollt" worden. "Weit über 3.000 Mails haben mich erreicht, mit Kritik und Belehrung, aber oft auch mit Beschimpfungen und Beleidigungen", schreibt Thierse in einem Gastbeitrag für die "Berliner Morgenpost".

In den Mails werde er wahlweise als Spießer, Rassist, Nazi oder Arschloch bezeichnet, "prominente Schwaben" würden ihn öffentlich abkanzeln. Auch seien die "Zeitungen in Schwaben angefüllt mit Wut und Spott" über ihn, schreibt Thierse. "So viel Humorlosigkeit, so viel geradezu preußische Schärfe - das hätte ich nicht erwartet." In vielen Reaktionen habe es aber auch eigentümliche Untertöne gegeben: "Warum ich mich denn nicht an den Türken abarbeitete!! Wer so verwahrlost aussähe wie ich, sollte gefälligst sein Maul halten!!

Thierse hatte sich in einem Interview abfällig über Schwaben in der Hauptstadt geäußert. "In Berlin sagt man Schrippen - daran könnten sich selbst Schwaben gewöhnen", hatte der SPD-Politiker gelästert - und damit eine hitzige Debatte losgetreten. Thierse betonte nun erneut, seine Aussagen seien ironisch gewesen. "Ich habe bei den Antworten gelacht", schrieb er. "Nicht ahnend, dass diese läppisch-unernsten Bemerkungen zu einem solchen (schwäbischen) Aufruhr führen würden, führen könnten." Er verband dies mit einem Friedensangebot in Richtung der Schwaben. "Ihr seid willkommen", versicherte er ihnen. (dpa/AFP)

 
 

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