Temporeich unterwegs

Es gab eine Zeit, da konnte man mit 100 km/h sturzbetrunken innerorts durch die Straßen fahren - und das sogar ohne sich strafbar zu machen. Das ist kaum zu glauben, doch das innerstädtische Tempolimit wurde erst am 1. September 1957 eingeführt. Das SWR Fernsehen macht mit „Als der Südwesten fahren lernte“ (Samstag, 20.15 Uhr im SWR) eine Spritztour durch die Anfangszeit der heutigen Verkehrsregelungen. Seit 1953 heißt es zwar ab und an „Pusten Sie mal!“, aber die Fahruntüchtigkeit beginnt für den Gesetzgeber erst bei 1,5 Promille - einer Menge von etwa neun Cognac für einen 70 Kilogramm schweren Mann.

Über manche Aspekte dieser Zeit kann man aus heutiger Sicht nur schmunzeln: 1976 gab es noch Aufruhr, als der Benzinpreis die Hürde von einer D-Mark pro Liter überschritt. An eine Umweltplakette war bei dem VW „Käfer“ noch lange nicht zu denken. Auch die „Tipps für Autofahrer“ kann man heute mit einem Augenzwinkern betrachten: Der ehemalige Rennfahrer Richard von Frankenberg zeigt, wie Warndreiecke auch bei Windstärke neun stehenbleiben und erklärt geduldig, wie man richtig überholt.

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