Teenager soll vor Böller-Unfall im Netz geprahlt haben

Böller neben einer Straße in Heiligenhaus am 1.1.2015
Böller neben einer Straße in Heiligenhaus am 1.1.2015
Foto: Uwe Möller / WAZ FotoPool
Drei Todesfälle an Silvester trüben die Freude über den Jahreswechsel. Die Männer sollen sich mit Pyrotechnik tödlich verletzt haben.

Essen. Böller und Silvesterknaller haben in der Neujahrsnacht in Deutschland drei Menschen das Leben gekostet. Ein 33-Jähriger aus Rommerskirchen wurde an Neujahr leblos neben Feuerwerkskörpern gefunden. Die Nachbarn berichteten von einem extrem lauten Knall in der Nacht. Einem 18-Jähriger Teenager explodierte in Alveslohe (Schleswig-Holstein) ein illegaler Böller in der Hand. Ein Teil traf ihn am Kopf und verletzte ihn tödlich.

Teenager stellte Pyro-Videos ins Netz

Ein anderer 18-Jähriger aus dem sächsischen Mobendorf erlag ebenfalls schweren Kopfverletzungen, nachdem er auf einem Feld Pyrotechnik angezündet hatte. Einer seiner Freunde wurde mit Verletzungen an Beinen und Gesicht in ein Krankenhaus gebracht, berichtet "Bild". Der Böller hatte solch eine Wucht, dass er einen 30 Zentimeter großen Krater in den Boden riss.

Der Teenager aus Mobendorf, Felix L., hatte in der Vergangenheit Video ins Internet hochgeladen, auf denen er mit Pyrotechnik herumknallte. Allgemein finden sich auf YouTube und Co. viele Aufnahmen alleine von Silvester 2014, auf denen Männer mit ihren teils illegalen Knallkörpern herumprahlen, teilweise sogar Vandalismus festhalten.

Bis zu 12.000 Brände und Schäden in Höhe von 29 Millionen Euro bilanzieren Versicherungen jedes Jahr für die Silvesternacht. Mutwilliger Blödsinn wird jedoch nicht erstattet.

Polizeigewerkschaftschef befürwortet kontrollierte "Knallzonen"

Um den Silvesterärger und die Verletzungsgefahr einzudämmen, denkt die Polizeigewerkschaft darüber nach, Feuerwerk zukünftig nur noch in bestimmten Zonen zu gestatten. „In Großstädten wie Berlin muss man die Einführung von Knall-Zonen, in denen Böller gezündet werden dürfen, vor allem im Innenstadtbereich prüfen“, befürwortete Polizeigewerkschaftschef Rainer Wendt gegenüber "Bild". Personell sei dieser Vorschlag derzeit allerdings nur schwer umzusetzen. (we)

 
 

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