„Tagesschau“-Sprecherin knöpft sich Klima-Aktivistin vor – und deckt einen wunden Punkt auf

Am Freitag war „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner bei „3 nach 9“ zu Gast und hatte Klima-Aktivistin Luisa Neubauer so einiges zu sagen.
Am Freitag war „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner bei „3 nach 9“ zu Gast und hatte Klima-Aktivistin Luisa Neubauer so einiges zu sagen.
Foto: imago images / Stefan Schmidbauer

In der Talkshow „3 nach 9“ sprechen die Moderatoren Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo einmal im Monat mit Gästen aus verschiedenen Bereichen. Am Freitag mit dabei waren unter anderem „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner und Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer.

Tagesschau“-Sprecherin rechnet mit Klimaaktivistin ab

In der Talkshow erzählt Luisa Neubauer, wie sie zu „Fridays for Future“ gekommen ist und was sie von der Politik fordert. Seit neun Monaten engagiert die 23-Jährige sich bei der Klimabewegung und hofft auf Veränderungen. „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner hat allerdings Redebedarf. Sie wirkt beinahe wütend, als sie anspricht, was ihr an der Bewegung der Jugendlichen nicht gefällt.

„Ihr verdient noch kein eigenes Geld, ihr redet noch manchmal daher“, wirft sie der Klima-Aktivistin vor. „Die Menschen zahlen schon sehr viel und die können nicht mal eben ihr Dieselauto einfach irgendwo abstellen, weil sie kein anderes Auto haben, weil sie das Geld dafür nicht haben.“

Ihrer Meinung nach müsse man auch vorsichtig mit manchen Aussagen sein. Immerhin hätten nicht alle Menschen das Geld, um sich umweltbewusste Alternativen zu leisten.

Tagesschau-Sprecherin: „„Ich finde da sollten die Jugendlichen auch konsequent sein!“

Außerdem kritisiert Daubner, dass die Jugendlichen von „Fridays for Future“ selber nicht konsequent genug seien. Viele würden sogenannte Fast Fashion von Modeketten wie H&M oder Zara tragen, in den Urlaub fliegen und ihre Plastikflaschen nach Demonstrationen auf der Straße liegen lassen. „Ich finde, da sollten die Jugendlichen auch konsequent sein und da muss ich auch Vorbild sein, in dem, wie ich selber lebe“, erklärt Daubner und erntet dafür viel Applaus.

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„Natürlich ist es wichtig, wenn Menschen für sich darauf achten, dass sie ökologisch sind. Das nimmt keinen Menschen aus.“, erklärt Luisa Neubauer. Allerdings hat sie auch eine ganz klare Meinung: „Menschen sollten doch in der Lage sein und legitimiert sein, sich politisch auszudrücken, politisch laut zu werden und Forderungen für ihre eigene Zukunft zu stellen auch ohne die perfekten Klimaschützer zu sein. Denn das geht einfach nicht.“

Entertainer zu Vorwürfen von Daubner: „Jetzt kriegen sie wieder die Hucke voll!“

Susanne Daubner ist damit allerdings nicht zufrieden und rät der 23-Jährigen zu ein wenig Vorsicht. Daraufhin mischt sich auch Entertainer Hannes Ringlstetter ein: „Ständig wird dieser Jugend vorgeworfen, dass sie nichts macht, außer in ihr blödes Handy zu schauen und ihren Arsch nicht aus der Wohnung zu kriegen. Jetzt machen sie was und da kriegen sie wieder die Hucke voll.“ Damit gewinnt er das Publikum für sich.

Luisa Neubauer: „Das ist doch nicht unsere Aufgabe"

Auch Luisa Neubauer möchte sich nochmal für sich und für „Fridays for Future“ einsetzen: „Es geht nicht darum, dass wir junge Menschen, und das ist finde ich auch ein ganz abstruser Anspruch, mit 13 oder 25 Jahren ausformulieren welche Steuerreform gerade relevant wäre oder wie man Umverteilungsmechanismen gestaltet, dass am Ende alle damit glücklich sind. Das ist doch nicht unsere Aufgabe.“ Sie wolle lediglich die Politik dazu bringen, auf die Wissenschaftler und Experten zu hören.

Genau deswegen nimmt sie auch weiterhin an Demonstrationen teil und setzt sich für den Klimaschutz ein.

Die Talkshow „3 nach 9“ läuft einmal im Monat am Freitag im NDR. (lmd)

 
 

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