Fall Susanna: Anklage wegen Mordes gegen Ali B. (21) – die Anklageschrift lässt schaudern

 Ali B., der Tatverdächtige im Todesfall Susanna, wird von Beamten einer polizeilichen Spezialeinheit aus dem Justizzentrum zu einem Polizeihubschrauber gebracht und in eine Justizvollzugsanstalt geflogen. (Archivbild)
Ali B., der Tatverdächtige im Todesfall Susanna, wird von Beamten einer polizeilichen Spezialeinheit aus dem Justizzentrum zu einem Polizeihubschrauber gebracht und in eine Justizvollzugsanstalt geflogen. (Archivbild)
Foto: Hasan Bratic / dpa
  • Rund acht Monate nach der Verhaftung von Ali B. liegt die Anklageschrift vor
  • Der 21-Jährige soll sein Opfer erst missbraucht und dann erwürgt haben

Wiesbaden . Anklage gegen Ali B. (21): Wegen Vergewaltigung und Mordes der Schülerin Susanna (14) aus Mainz hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 21-jährigen irakischen Flüchtling erhoben.

Die Wiesbadener Ermittlungsbehörde warf dem 21-Jährigen am Mittwoch vor, das Mädchen umgebracht zu haben, um den Missbrauch zu verdecken. Als Mordmerkmal wurde von der Staatsanwaltschaft Heimtücke angegeben.

Fall Susanna: Anklage gegen Ali B. wegen Mordes und Vergewaltigung

Der in Untersuchungshaft sitzenden Tatverdächtigen hat bereits gestanden, Susanna in der Nacht zum 23. Mai 2018 getötet zu haben. Die Leiche wurde erst am 6. Juni in einem Waldstück in Wiesbaden gefunden. Insgesamt erhob die Staatsanwaltschaft drei Anklagen vor dem Wiesbadener Landgericht gegen den 21-Jährigen:

- Ali B. soll nach der Anklageschrift Susanna in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft am Rand einer Wiese in der Nacht mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Als die Schülerin danach gedroht habe, zur Polizei zu gehen, habe er sie von hinten mit seinem Arm erwürgt. Um die Tat zur vertuschen, habe er mit einer weiteren Person ein Erdloch ausgehoben und die Leiche hineingelegt. Das Loch sei etwa 35 Zentimeter tief, ein Meter breit und rund 1,80 Meter lang gewesen und anschließend mit Erde und Ästen bedeckt worden.

Ali B. soll auch elfjähriges Mädchen vergewaltigt haben

- Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der 21-Jährige kurz vor der Tat außerdem ein elfjähriges Mädchen in seinem Zimmer in der Flüchtlingsunterkunft vergewaltigt haben. Kurze Zeit später sei das junge Mädchen erneut Opfer eines Missbrauchs durch Ali B. gewesen. An der zweiten Vergewaltigung soll auch ein mit ihm befreundeter und mindestens 14 Jahre alter afghanischer Staatsangehöriger beteiligt gewesen sein. Wegen dieser Tatvorwürfe sei gesondert vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Anklage erhoben worden.

Anklage auch wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung

- In einer dritten Anklage wird Ali B. von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, einen Mann im Wiesbadener Kurpark mit Waffengewalt überfallen und ihm unter anderem seine Bankkarte, ein Smartphone und weitere Wertgegenstände gestohlen zu haben. Die Anklage sei wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Nötigung erhoben worden.

Gegen den afghanischen Staatsangehörigen sei zudem wegen weiterer Taten ermittelt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern in zwei Fällen sowie Bedrohung sei gesonderte Anklage erhoben worden.

Ermittlungen gegen Bundespolizeipräsident Dieter Romann eingestellt

Unterdessen stellte die Staatsanwaltschaft Frankfurt das Ermittlungsverfahren gegen Bundespolizeipräsident Dieter Romann ein. Romann und weitere Bundespolizisten waren im vergangenen Juni nach Erbil im Nordirak geflogen, um den dort festgenommenen Ali B. nach dessen Flucht zurück nach Deutschland zu bringen. „Das ist alles abgeschlossen“, sagte die Sprecherin Staatsanwaltschaft zu den nun eingestellten Ermittlungen gegen Romann. Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht.

Nach einer Anzeige hatte die Anklagebehörde zunächst wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung gegen Romann ermittelt. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Einstellung der Ermittlungen berichtet. Sowohl Strafverteidiger in Deutschland als auch die irakische Zentralregierung in Bagdad hatten die Art der Rückführung kritisiert. (dpa)

 
 

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