SPD: Kampf um Partei-Vorsitz – jetzt fordert ER Kevin Kühnert auf zu kandidieren

Juso-Chef Kevin Kühnert
Juso-Chef Kevin Kühnert

Andrea Nahles legte im Juni ihr Amt um den Partei-Vorsitz der SPD nieder. Danach die große Frage: Wer wird ihr Nachfolger? Monatelang blieb die Sache ungewiss. Niemand schrie „Ich! Ich“. Eher winkten mögliche Kandidaten gleich ab oder redeten sich raus. Doch jetzt kommt Bewegung ins Spiel.

SPD: Kevin Kühnert als Partei-Vorsitzender? Das fordert Thilo Sarrazin

Wir halten dich in unserem News-Blog über die Entwicklungen an der SPD-Spitze auf dem Laufenden.

Freitag, 23. August:

19.20 Uhr: Thilo Sarrazin, Ex-SPD-Finanzsenator von Berlin, hat den Vorsitzenden der Jusos, Kevin Kühnert, zu einer Kandidatur für den SPD-Vorsitz aufgefordert.

Sarrazin sagte der „Bild“-Zeitung: „Wenn die Linken schon die komplette Machtübernahme in der SPD anstreben, dann sollen sie gefälligst mit ihrer 1. Garnitur antreten und die Partei nicht mit drittklassigen Kandidaten behelligen.“ Bisher gelten Parteivize Ralf Stegner und der Abgeordnete Karl Lauterbach als prominenteste Vertreter des linken Parteiflügels unter den Bewerbern.

Dienstag, 20. August:

14.37 Uhr: Derweil gibt es bei der SPD auch zwei weitere Absagen im Rennen um den Vorsitz: Weder Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil noch Generalsekretär Lars Klingbeil wollen für das Amt kandidieren.

„Ich selbst habe mich entschieden, dass ich nicht zu denen gehören werde, die auf der Bühne stehen und sich um den Parteivorsitz bewerben“, sagte der 41-jährige Klingbeil am Dienstag in einem auf Twitter verbreiteten Video. Er brenne für die SPD und übernehme sehr gerne Verantwortung. Aber er habe keine Partnerin gefunden, mit der es zu 100 Prozent gepasst habe.

Auch Weil hatte sich eine Kandidatur lange offen gelassen, verzichtet nun aber, wie die Deutsche Presse-Agentur in Hannover aus Parteikreisen erfuhr. Zuvor hatte die Zeitung „Welt“ in ihrer Onlineausgabe darüber berichtet.

13.50 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz tritt bei der Wahl zum SPD-Parteivorsitz zusammen mit der Potsdamer Landtagsabgeordneten Klara Geywitz an. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag, zuvor hatte „Focus online“ berichtet.

Die 43-jährige Geywitz ist wie Scholz Mitglied im Parteivorstand der Sozialdemokraten. 2018 saßen beide in der Hauptverhandlungsrunde, die den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auf Bundesebene aushandelte. Seit 2004 ist Geywitz Abgeordnete im Potsdamer Landtag, hier ist sie derzeit auch Kandidatin für die Landtagswahl am 1. September. Im Wahlkampf ist die Innenpolitikerin seit Wochen mit einem roten Lastenfahrrad in der Brandenburger Landeshauptstadt unterwegs.

Freitag, 16. August:

11.50 Uhr: Am Freitagmittag wird die nächste Personalie in den Raum geworfen: Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (61) will nach Spiegel-Information SPD-Chef werden. „Ich bin bereit, anzutreten, wenn ihr das wollt“, soll Olaf Scholz am Montag im Telefongespräch mit den derzeitigen Vorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel gesagt haben. Die drei SPD-Politiker hatten das Amt übergangsweise übernommen.

Jetzt suche Scholz eine Partnerin in der Partei, mit der als Doppelspitze kandidieren kann.

SPD: Auch Boris Pistorius und Petra Köpping wollen den Parteivorsitz

10.13 Uhr: In der SPD gab es am Freitagmorgen ein weiteres Bewerberpaar für den Parteivorsitz. Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping haben intern ihre Kandidatur angekündigt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Parteikreisen erfuhr.

Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ darüber berichtet.

Der 59-jährige Pistorius ist seit 2013 Ressortchef in Hannover und gilt als einer der profiliertesten Innenpolitiker der SPD. Zuvor war er Oberbürgermeister in Osnabrück. Die 61 Jahre alte Köpping ist in Dresden seit 2014 Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Vor allem Pistorius hebt sich von den bisherigen Bewerbern ab, die überwiegend auf dem linken Flügel der SPD verortet sind.

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Offiziell ihre Bewerbung erklären wollen an diesem Freitag Gesine Schwan und Ralf Stegner. Das Interesse der Vorsitzenden der SPD-Grundwertekommission und des stellvertretenden Parteivorsitzenden war bereits vorab bekanntgeworden. Mit Stegner will der erste Vertreter der Parteispitze kandidieren.

Mittwoch, 14. August:

13.31 Uhr: Bereits am Mittwoch kündigte sich ein Duo an, das für viele überraschend schien: die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, und Parteivize Ralf Stegner waren neu im Rennen >>>hier mehr dazu lesen

Zudem kündigte der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an. Auch der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow hatte mitgeteilt, dass er sich bewerben wolle.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. An diesem Tag muss die SPD zugleich herbe Verluste bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen fürchten. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden. (js, pen mit dpa)

 
 

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