So vernetzen Sie PC, Stereoanlage und Fernseher ohne Kabel

Sebastian Weßling
Viele Geräte bedeuten meist auch viele Kabel - zumindest einige können Sie mit unseren Tipps sparen.
Viele Geräte bedeuten meist auch viele Kabel - zumindest einige können Sie mit unseren Tipps sparen.
Foto: Josef Wronski
Mit dem Fernseher ins Internet, Musik vom PC auf der Stereoanlage abspielen - die moderne Technik macht einiges möglich. Wir verraten, wie sie ihre Wohnung verdrahten - und das komplett ohne Kabel.

Essen. Es gab eine Zeit, da war die Welt der Unterhaltungselektronik noch überschaubar: Musik kam aus der Stereoanlage, Bewegtbilder lieferte der Fernseher und der Computer war nicht mehr als eine bessere Schreibmaschine.

Heute hat sich in vielen Haushalten die Mediennutzung dramatisch gewandelt: Mit PCs, Laptops oder neuerdings auch Tablets werden Internetvideos angeschaut und Radiosender gehört, und die Musik- und Videosammlung auf der Festplatte ist vielerorts schon wesentlich größer als die im Wohnzimmerregal – das schafft ganz neue Probleme: Meist ist der Computer-Bildschirm kleiner als der Fernseher und der Klang der PC-Lautsprecher weniger schön als aus der Stereoanlage. Die einfachste Lösung wäre, ein paar Kabel zwischen Computer, Fernseher und Anlage zu verlegen – das aber ist unpraktisch und wenig schön. Wir verraten, wie Sie Ihre Wohnung ohne lästigen Kabelsalat und ohne allzu großen Aufwand vernetzen.

Der Router

Der Router ist das Herzstück eines jeden Netzwerks – und in vielen Haushalten bereits vorhanden. Wer einen Internetanschluss hat, hat in der Regel auch einen Router von seinem Anbieter gestellt bekommen. Will man Musik oder Filme über WLAN abspielen, sollte der Router den schnellen Übertragungsstandard 802.11n erfüllen, was auf der Verpackung und in der Bedienungsanleitung nachzulesen ist.

Gute Router gibt es ab etwa 60 Euro – dann allerdings ohne Modem, also ohne Internet-Anschluss, weshalb sie nur als Ergänzung zu einem vorhandenen Router oder Modem taugen. Wer seinen alten Router komplett ersetzen will, sollte mindestens 150 Euro einplanen.

Die Netzwerk-Festplatte

Eine Netzwerk-Festplatte (kurz NAS) ist nicht zwingend notwendig, um Musik und Filme per WLAN zu senden, bietet aber viele Vorteile: Nicht nur Computer können auf diesen zentraler Datenspeicher zugreifen, auf den alle Rechner im Haus zugreifen können – aber auch ohne eingeschalteten PC können Smartphones oder moderne Fernseher die Dateien abspielen. Auf der NAS können alle Musik- und Filmdateien abgelegt werden, außerdem lässt sie sich so einrichten, dass auch alle Daten auf der Festplatte des Laptops oder PCs hier regelmäßig gesichert werden.

Empfehlenswert ist eine NAS , die aus zwei einzelnen Festplatten besteht, auf denen die Daten gespiegelt werden – das halbiert zwar den zur Verfügung stehenden Speicherplatz, erhöht aber die Datensicherheit enorm.

Die Preise schwanken von rund 150 Euro für Modelle mit einer Festplatte und einem Terabyte Speicherplatz bis zu mehreren tausend Euro für Profi-Varianten. Eine vernünftige Einsteiger-NAS mit zwei Festplatten mit je zwei Terabyte Speicher ist für rund 250 Euro zu haben.

Die Stereoanlage

Möglichkeiten, die Stereoanlage ans Netz zu bringen, gibt es viele: Einfache Geräte werden über den Audioeingang (etwa über Cinch-Kabel) an die Anlage angeschlossen und bauen eine direkte Funkverbindung zum PC auf. Der Vorteil: Diese Geräte sind mit rund 50 Euro relativ günstig. Der Nachteil: Meist muss der PC eingeschaltet sein, um die Anlage mit Musik zu versorgen.

Besser sind Geräte, die die DLNA- und UPnP-Standards unterstützen: Sie können direkt auf die Netzwerkfestplatte zugreifen, spielen meist auch Internet-Radiosender ab und lassen sich über das Smartphone fernbedienen.

Einfache Modelle kosten etwa 170 Euro, wer Raumklang ohne Kompromisse möchte, landet schnell jenseits der 1000 Euro. Wichtig hierbei: Der Empfänger sollte möglichst viele Audio-Dateiformate wie etwa MP3, AAC oder WMA abspielen können.

Der Fernseher

Wer sich erst kürzlich einen neuen Fernseher zugelegt hat, hat höchstwahrscheinlich schon alles, was er braucht. Die meisten modernen Fernseher, sogenannte Smart-TV, haben in der Regel ein WLAN-Modul eingebaut und können ohne Zusatzgeräte auf das Internet und Dateien im heimischen Netzwerk zugreifen. Ist nur ein Netzwerk-Stecker, aber kein WLAN-Modul vorhanden, lässt sich mit einem Adapter für rund 30 Euro nachrüsten.

Ohne Smart-TV wird es komplizierter: Eine weit verbreite Möglichkeit ist Apple TV, das allerdings nur mit Apple-Geräten und -Software kompatibel ist. Flexibler sind Media Player wie beispielsweise TV Live von Western Digital (ab ca. 80 Euro), die über ein WLAN-Modul verfügen, den DLNA- und UPnP-Standard unterstützen und möglichst viele Video-Formate abspielen sollten.

Spielkonsolen wie die Xbox oder die Playstation sind bereits DLNA-fähig, ebenso manche Satelliten- oder Kabelreceiver – es lohnt sich also, vor einem Neueinkauf die vorhandenen Geräte zu prüfen.

Powerline – Netz aus der Steckdose

Bei Filmen stößt auch das leistungsfähigste WLAN an seine Grenzen, spätestens bei hochauflösenden HD-Filmen. Aber auch hier kommt man ohne Kabel aus, und zwar dank Powerline: Powerline nutzt das Stromnetz im eigenen Haus, der erste Adapter wird per Kabel mit dem Router verbunden, der zweite steckt in einer Steckdose nahe des Fernsehers – und schon steht eine Verbindung, bei der auch hochauflösende Filme kein bisschen ruckeln.