So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern

Lichtscheue Gestalten: Bewegungsmelder können Einbrecher vertreiben.
Lichtscheue Gestalten: Bewegungsmelder können Einbrecher vertreiben.
Foto: Archiv/dpa
Die dunkle Jahreszeit gilt als Hochsaison für ungebetene Gäste: Herbst und Winter sind Einbruchzeit. Schon mit einfachen Mitteln wird ein Haus viel sicherer. Beispielsweise durch Bewegungsmelder. Wichtige Infos im Überblick.

Essen. Jetzt, wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, haben kriminelle Gestalten Hochsaison. Einbrecher hinterlassen im Haus Chaos. Und bei den Menschen ein Gefühl der Unsicherheit. Ein Haus gegen Einbrecher abzusichern, kann aber schnell richtig teuer werden. Ein günstiges Mittel zur Gefahrenabwehr sind Bewegungsmelder.

Sie sorgen rings um das Haus für eine automatische Steuerung der Außenbeleuchtung. Die Preise für diese kleinen Geräte beginnen bei etwa zehn Euro. Je nach Modell und Design können 50 Euro oder mehr fällig sein.

Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sie sich schnell und ohne fremde Hilfe anbringen.

Wo anbringen?

„Eine gute Beleuchtung im Eingangsbereich bedeutet Sicherheit und Komfort für Bewohner und Besucher“, heißt es bei der Verbraucherzentrale NRW. Dies könne gewährleistet werden durch Zeitschaltuhren, Dämmerungsschalter – oder eben Bewegungsmelder. Empfehlenswert im Außenbereich seien LED-Lampen, da sie sofort hell leuchten. Im Vergleich zu Halogenglühlampen benötigen sie nur rund ein Viertel des Stroms und haben eine zehnmal längere Lebensdauer.

Hausbesitzer sollten neben dem Eingangsbereich weitere dunkle Ecken ihres Grundstücks mit Bewegungsmeldern absichern: etwa die Garageneinfahrt, die Terrasse, Kellerzugänge und Gärten vor oder hinter dem Haus. Beratung und handwerkliche Hilfe gibt’s vom Elektriker – die Fachleute helfen auch, die Geräte so auszusteuern, dass Nachbarn und Passanten nicht vom automatisch angeknipsten Licht gestört werden.

Wichtig beim Anbringen sei, die Bewegungsmelder so hoch anzubringen, dass sie nur mit einer Leiter erreicht werden können. Denn sonst kundschaftet der Täter tagsüber, wenn niemand zu Hause ist, in aller Ruhe die Lage aus – und überklebt die Sensoren des Bewegungsmelders kurzerhand mit einem Streifen Isolierband. Und dann hilft der beste Bewegungsmelder nichts mehr.

Der Nutzen

„Beim Einbruchschutz kann eine Beleuchtung mit Bewegungsmeldern nur eine Ergänzung sein“, sagt Kriminalhauptkommissar Frank Scheulen vom nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt in Düsseldorf. „Bewegungsmelder können ,ungebetene Gäste’ zwar abschrecken, da Einbrecher Licht in der Dunkelheit meiden, sie sind aber kein Ersatz für gut gesicherte Türen und Fenster.“ Allgemeingültige Empfehlungen, wie eine Immobilie am besten geschützt werden kann, seien schwer zu geben, heißt es im Essener Polizeipräsidium: „Die Wahl der erforderlichen Sicherheitstechnik hängt immer vom jeweiligen Objekt ab“.

Sicherheitstechnik

Der Bewegungsmelder rangiert am unteren Ende der Preisskala für Sicherheitstechnik. Nach oben sind die Grenzen offen. Nichts geht über gute Riegel an Fenstern und Türen. Laut Aussage des Bundesverbands der Sicherheitstechnik gehören zur Grundausstattung der eigenen vier Wände einbruchhemmende Türen mit Schutzbeschlägen, Schließblechen und Sicherheitsschlössern sowie Fenster und Fenstertüren mit verschließbaren Griffen und Sicherheitsbeschlägen.

„Mit ausreichend Zeit überwinden Einbrecher allerdings jede mechanische Komponente“, so der Verband. Und die Zeit sei eben der Faktor, der im Winter die entscheidende Rolle spiele. Zwei bis fünf Minuten lang versuche ein Einbrecher ins Haus zu kommen. Hat er dann keinen Erfolg, ziehe er ab. Die frühe Dunkelheit reduziere sein Risiko, durch aufmerksame Nachbarn entdeckt zu werden.

Deshalb raten die Experten des Bundesverbands Hausbesitzern zum Einbau einer Alarmanlage. Solche Geräte schlagen schnell mit vierstelligen Summen zu Buche. Fast drei Milliarden Euro setzten die Anbieter elektronischer Sicherungstechnik in Deutschland im vergangenen Jahr um – es ist ein Wachstumsmarkt.

Das Einbruchsrisiko

Nicht nachts, sondern nachmittags schlagen die Einbrecher am häufigsten zu. Im Winter wird es bereits in den späten Nachmittagsstunden dunkel, während sich die Bewohner noch bei der Arbeit oder beim Einkaufen befinden.

Im vergangenen Jahr wurde in NRW laut Kriminalstatistik 54 167 Mal eingebrochen. Das sind beinahe 150 Fälle pro Tag, Tendenz steigend. In 21 714 Fällen scheiterten die Täter an gut gesicherten Türen und Fenstern. Aufgeklärt wurden nur 13,8 Prozent aller Fälle.

Die Polizei setzt daher auch auf die Mitarbeit der Bürger: Wer etwas Verdächtiges beobachtet, sollte sofort den Notruf 110 wählen. Die Polizei in NRW hat 2011 die Aktion „Riegel vor – Sicher ist sicherer“ gestartet. Experten der Polizei beraten Hausbesitzer individuell, neutral und kostenlos darüber, wie sie ihre vier Wände vor Ganoven schützen können.

Noch ein paar hilfreiche Tipps

Hausbesitzer, die sich von der Polizei bei der Einbruchsicherung ihres Hauses beraten lassen wollen, finden Auskunftsstellen und viele weitere Informationen unter www.riegelvor.nrw.de.
Türen immer zweimal abschließen. Fenster schließen, bevor man das Haus verlässt – besonders im Erdgeschoss. Einbrechern keine Aufstiegshilfen bereitstellen: Offen zugängliche Mülltonnen, Gartenmöbel, Leitern oder Rankgerüste für Kletterpflanzen erleichtern ihnen die Arbeit.

 
 

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