So müssen die Großeltern gelebt haben

Anna Maria Mühe und Kostja Ullmann bei einem Fototermin zum ARD-Film "Junges Deutschland".
Anna Maria Mühe und Kostja Ullmann bei einem Fototermin zum ARD-Film "Junges Deutschland".
Foto: dpa
Die ARD beweist in „Junges Deutschland“, dass sich zwar die Zeiten ändern, die Gefühle, gedanken, Wünsche und Hoffnungen junger Menschen im Grunde damals wie heute die selben sind.

Essen.. 100 Jahre sind eine Ewigkeit, das Leben damals erscheint weit entfernt. Und doch ist diese Zeit, sind die Gefühle der Menschen von unseren gar nicht so verschieden. Denn wenn die 14-jährige Anna Anfang des vergangenen Jahrhunderts als Dienstmädchen nach Berlin geht, wenn sie von früh bis spät schuftet und nachts der Dienstherr lüstern an ihre Tür klopft, dann klingt der flehentliche Brief an die Großmutter zu Hause wie einer von heute: „Oma, hol mich hier fort!”

Aber wer kann sich heute vorstellen, wie es sich anfühlte, im Kaiserreich jung zu sein, in den goldenen Zwanzigern, unter den Nazis oder in den bunten 60ern? Die Dokumentation von Jan Hinerk Drevs „Junges Deutschland” (ARD, Ostermontag, 18.30 Uhr) versucht genau das zu vermitteln: Ein Gefühl dafür, dass sich die Zeiten zwar ändern, die Gedanken, Hoffnungen und Wünsche sich aber durchaus ähneln. Und er tut dies, indem er Erinnerungen aus Tagebüchern, Briefen, Filmen und Fotos zu einer Collage zusammenstellt. Vermittelt wird das dialogisch durch die Schauspieler Anna Maria Mühe, eine junge Frau, die noch in Ost-Deutschland zur Welt kam, und Kostja Ullmann aus Hamburg. Die beiden lesen vor, erzählen und spielen nach, werden zum Dienstmädchen, zum Foxtrott-begeisterten jungen Mann der Zwanziger, zum Popper der 80er-Jahre.

Ein sehenswertes Projekt, ein generationenüberschreitendes: So müssen die Großeltern gelebt haben, das bewegte die Eltern! Für historisch Interessierte ohnehin spannend, ist das auch gut aufbereiteter Stoff für den Schulunterricht.

 
 

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