So kommen Sie mit dem Fernbus ans Ziel

Dagobert Ernst und Kai Wiedermann
Der Fernbusmarkt ist mächtig in Bewegung. Fast wöchentlich kommen neue Linien hinzu.
Der Fernbusmarkt ist mächtig in Bewegung. Fast wöchentlich kommen neue Linien hinzu.
Foto: ddp
Seit dem Wegfall des Fernstrecken-Monopols der Deutschen Bahn bieten sich Fernbuslinien als günstigere Reisealternative an. Das Streckennetz wird immer dichter – auch in Nordrhein-Westfalen. Ein Überblick.

Essen. Seit dem Wegfall des Fernstrecken-Monopols der Deutschen Bahn bieten sich Fernbuslinien als günstigere Reisealternative an. Das Streckennetz wird immer dichter. Auch in Nordrhein-Westfalen sind bereits mehrere Anbieter auf dem Markt. Ein Überblick.

Die Anbieter

Sie heißen „Mein Fernbus“, „Flixbus“, „City2City“ oder „Berlin Linienbus“. Und sie entdecken für sich das bevölkerungsreichste Bundesland. Das Angebot in NRW ist zuletzt nach und nach gestiegen. Auch der Discounter Aldi – in Kooperation mit Univers-Reisen – hat den Markteintritt geschafft und in kürzester Zeit 80 000 Tickets verkauft.

Dazu gibt es etablierte Anbieter wie Deutsche Touring aus Frankfurt, die auf ihren Auslandsfahrten auch deutsche Städte ansteuern. Auch die Post – in Zusammenarbeit mit dem ADAC – plant ein Angebot, voraussichtlich 2014. Ab Juni will auch der Anbieter „DeinBus“ das Ruhrgebiet stärker in den Blick nehmen.

Die Verbindungen

Das Angebot ab Köln ist bisher das stärkste in NRW. Täglich werden von dort aus etwa 50 Ziele angefahren. Auch Düsseldorf steht bei den Anbietern mit rund 35 Zielen hoch im Kurs. Am Ruhrgebiet sind diese anfangs eher vorbeigefahren. Das aber hat sich bereits geändert.

Im größten Ballungsraum Deutschlands ist Dortmund mit zirka 30 Zielen angebunden. Ab Essen sind etwa 28 Ziele erreichbar. Das Unternehmen MeinFernbus will ab Mai auch Verbindungen zu Urlaubsorten an der Nordsee anbieten und dabei Bochum ins Netz integrieren. Derzeit sind von Bochum aus erst Berlin und Hannover angebunden. Der Anbieter city2city macht auch in Duisburg Halt, die Aldi-Busse starten ebenso vom Revier aus.

Die Verbindungen zu den Zielstädten sind nicht alle direkt. Sie sind manchmal nur durch einen Umstieg erreichbar, was die Fahrzeiten mitunter recht lang werden lassen kann. Die Busse fahren ein- oder mehrmals täglich.

Die Städte

  • Dortmund: Augsburg, Berlin, Dresden, Frankfurt, Frankfurt/Flughafen, Göttingen, Hannover, Kassel, Leipzig/Flughafen, Magdeburg, München, Stuttgart
  • Düsseldorf: Augsburg, Berlin, Bremen, Frankfurt, Frankfurt/Flughafen, Freiburg, Friedrichshafen, Hannover, Hamburg, Lörrach, Magdeburg, Münster, München, Stuttgart Straßburg, Zürich.
  • Essen: Augsburg, Berlin, Frankfurt, Frankfurt/Flughafen, Hannover, Magdeburg, München, Stuttgart.
  • Köln: Augsburg, Berlin, Bremen, Dresden, Erlangen, Frankfurt, Frankfurt/Flughafen, Frankfurt-Hahn, Freiburg, Friedrichshafen, Göttingen, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Kassel, Kehl, Leipzig/Flughafen, Lörrach, Magdeburg, Mannheim ,Münster, München, Nürnberg, Straßburg, Stuttgart, Würzburg, Zürich.
  • Duisburg: Frankfurt, Frankfurt/Main, Berlin.
  • Bochum: Berlin, Hannover (Freiburg, Kehl, Straßburg ab 25. April).

Die Preise

Viele Unternehmen locken mit Schnäppchen. In Sonderfällen kann man schon für 1 oder 5 Euro ans Ziel kommen. Die Preissysteme der Anbieter sind ähnlich: Wer früh bucht, reist zu sehr günstige Preisen, wer das Ticket kurz vor dem Fahrtbeginn kauft, zahlt am meisten. Regulär, sagen Branchenexperten, gebe es eine Faustformel: Eine normale Fernbusfahrt koste etwa 10 Cent pro Kilometer, deutlich weniger als ein reguläres Bahnticket. Achtung: Nicht alle Anbieter verkaufen ihre Tickets am oder im Bus. Mitunter sind diese nur im Internet zu haben (www.deinbus.de, www.flixbus.de, www.aldireisen.de, www.city2city.de, www.berlinlinienbus.de, www.eurolines.de).

Die Ausstattung

Die Anbieter arbeiten mit lokalen Busunternehmen zusammen, die Fahrzeuge und Fahrer stellen. Die Busse sind in der Regel modern ausgestattet, mit Toilette, Klimaanlage, Standheizung, oft mit kostenlosem W-Lan und vielen Steckdosen. Bei fast allen Anbietern sind das Handgepäck und größeres Gepäck bis 20 oder 25 Kilogramm kostenfrei. Zusätzliche Gegenstände oder Übergepäck können gegen Aufpreis mitgenommen werden.