So finden Sie die besten Ersatz-Glühlampen für Ihr Auto

Gerd Heidecke
Die dunkle Zeit bricht an: An vielen Fahrzeugen sind Scheinwerfer defekt oder falsch eingestellt, beklagen Verkehrswacht und ADAC.
Die dunkle Zeit bricht an: An vielen Fahrzeugen sind Scheinwerfer defekt oder falsch eingestellt, beklagen Verkehrswacht und ADAC.
Foto: Volker Hartmann
Viele Autofahrer starten "blind" in die dunkle Jahreszeit. An jedem dritten geprüften Fahrzeug ist ein Scheinwerfer defekt oder falsch eingestellt, ergab die Statistik von Verkehrswacht und dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Experten sagen, welche Glühlampe der passende Ersatz ist.

Für die Sicherheit der Autofahrer (und aller Verkehrsteilnehmer) ist im Dunklen nichts wichtiger als helle Scheinwerfer. Die Fachzeitschrift „ams“ hat die beiden populärsten Vertreter von Glühbirnen (H4 und H7-Birnen) im Labor getestet. Ergebnis: Die besten Leuchtmittel für Autoscheinwerfer sind gleichzeitig die teuersten. Aber auch einige der günstigen Standardbirnen werden als empfehlenswert eingestuft – wenn sie noch neu sind.

Geschichte der Lichttechnik

Anno 1967 fuhren Millionen VW Käfer standardmäßig noch mit 6-Volt-Elektrik herum. Glühfadenlampen schnitten nur fahle Schneisen in die Dunkelheit, und viele tasteten sich stets mit Fernlicht durch die Nacht. Die Anfang der Siebzigerjahre auf den Markt gekommene H4-Birne brachte schlagartig mehr Licht ins Dunkel, und noch heute ist die große runde Birne in vielen neueren Autos aus Kostengründen verbaut. Quantensprünge in Sachen Lichttechnik gab es erst im neuen Jahrtausend mit der weiteren Verbreitung des 1991 eingeführten Xenonlichts, anschließend mit am Computer punktgenau für jeden Zentimeter Fahrbahn errechneten Reflektoren. Heute sind Leuchtdiodentechnik sowie spezielle, etwa in die Kurven hineinleuchtende Lichtprogramme das Maß.

Kurzfazit für die jüngsten High-Techniken: Allesamt produzieren sie gegenüber dem guten, alten H4-Licht einen Unterschied – ja, eben: wie Tag und Nacht. Gleichzeitig sind sie sehr teuer und nur in wenigen Ausnahmefällen nachrüstbar.

Ab Januar 2015 gilt bei der Hauptuntersuchung eine neue Richtlinie für die Scheinwerferprüfung. Sie berücksichtigt nun die neuen Beleuchtungsanlagen.

H7- und H4-Glühbirnen

Der heutige Massenstandard ist die H7-Birne. Sie gehört wie ihr H4-Pendant zu den Glühbirnen, bei denen über 90 Prozent der eingesetzten Energie in Wärme und nicht in Licht umgesetzt wird. Die kleinere H7-Birne hat jedoch nur einen Glühwendel statt zwei bei der H4. Man benötigt also immer zwei statt einer Birne für Abblend- und Fernlicht für jeden Scheinwerfer.

Theoretisch erzeugt die H7 einen 50 Prozent größeren Lichtstrom. In der Praxis ist sie aber nicht automatisch 50 Prozent heller, denn das Endergebnis hängt stark vom Design des Scheinwerfers ab. Im „ams“-Test litten die H7-Kandidaten unter dem schlechten Scheinwerfer des Ford Focus, während die H4 in dem großen Rundscheinwerfer des VW Up insgesamt nicht schlechter waren.

Neben der schieren Helligkeit kommt es auf die gute Lichtverteilung und gleichmäßige Ausleuchtung an den Stellen auf der Fahrbahn an, wo das Licht hin soll. Also beim getesteten Abblendlicht möglichst weit vor dem Fahrer an den rechten Fahrbahnrand und keinesfalls in den Gegenverkehr.

Die Testverlierer

Immer wieder gewarnt werden muss vor illegalen Leuchten, die heute vorwiegend im Internet angeboten werden. Mit doppelter Leistung von 100 Watt angebotene H4-Birnen gab es schon vor Jahrzehnten. Gerne werden sie mit dem scheinbaren Gütevermerk „Nur für den Rennsport“ angepriesen. Jeder, der bereits einmal darauf hereingefallen ist, weiß, was er bekommt. Schrott, der nicht doppelt so hell, sondern doppelt so teuer ist – und halb so hell. Im „ams“-Test heißen die Verlierer: „Super blau 100/90 Watt“ und „Grant Rainbow Look 100 W“. Hier ist sogar die Zulassungsnummer gefälscht, ein Fall für den Staatsanwalt. Und beim TÜV fällt man mit so einer Betrügerlampe dann auch noch durch.

Gerne wird auch „weißeres“ Licht angepriesen – Endergebnis: siehe oben. Nicht empfehlenswert urteilten die Experten über die „MTEC Super White“, bedingt empfehlenswert über die „Hammer Blue Light“und „Bluetec Xenon 9500“.

Die Kauf-Empfehlungen

Grundsätzlich halten die Longlife-Birnen tatsächlich länger, bis zu 3000 Stunden bei H4 und 1000 Stunden bei H7. Erkauft wird die zwei- bis dreifache Lebensdauer jedoch mit einer zurückgenommenen Lichtausbeute, so dass die „Philips Long Life Eco Vision“ (H4, 15 Euro pro Paar) und „Osram Ultralife“ (H7, 15 Euro pro Paar) nur auf die Bewertung „empfehlenswert“ kamen.

Hier die sehr empfehlenswerten Typen: „Bosch Xenon Silver“ (H4, 23 Euro pro Paar), „Osram Night Breaker Unlimited“ (H4, 17 Euro pro Paar), Bosch Plus 90 (H7, 20 Euro pro Paar), Osram Night Breaker Unlimited (H7, 20 Euro pro Paar), „Philips X-treme Vision + 130 Prozent“ (H7, 35 Euro). Die günstigsten empfehlenswerten Birnen heißen „Osram Original“ (H4, 10 Euro pro Paar) und „Bosch Pure Light“ (H7, 15 Euro pro Paar).