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So behandelt man Verletzungen durch Quallen richtig

Do, 05.07.2018, 10.37 Uhr

Ihre Tentakel können bis zu 50 Meter lang werden und tragen hochgiftige Nesseln.

Quallen können den Badespaß verderben. An Nord- und Ostsee etwa sind es die Feuerquallen. Anderswo gibt es aber gefährlichere Arten.
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Berlin.  Ein Tag am Meer – für viele der perfekte Urlaubsspaß. Wer gerne schwimmen geht, taucht oder am Wasser entlang spaziert, läuft aber Gefahr, auf Quallen zu treffen. Die Nesseltiere sind im besten Fall nur glibberig – können aber auch zu Schmerzen und Schlimmerem führen.

Feuerqualle, Würfelqualle, Ohrenqualle, Portugiesische Galeere: Was ist zu tun, wenn man mit den Tieren in Berührung kommt?

• Ohrenqualle, Lungenqualle, Spiegelqualle

Die Quallen, denen Urlauber an Nord- und Ostsee am häufigsten begegnen, sind Ohrenquallen. Man erkennt sie an den vier ringförmigen Gebilden in Weiß oder Rosa. Sie sind für Menschen ungefährlich, ihre Nesselpfeile durchdringen die menschliche Haut in der Regel nicht. Tödlich sind sie nur für kleine Planktonkrebse.

Auch die Lungenqualle und die Spiegelqualle, im Mittelmeer heimisch, verursachen höchstens Hautreizungen, die meist nach einigen Stunden wieder abklingen.

• Feuerqualle

Die orange-bräunliche Feuerqualle mit ihren zum Teil meterlangen Tentakeln ist in der Nordsee beheimatet, findet aber mit einströmendem Tiefenwasser auch immer wieder den Weg bis an die Ostseestrände. Beim Hautkontakt explodieren die Nesselkapseln der Quallen und setzen ihr Gift aus kleinen Fäden frei.

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Feuerquallen sollten gemieden werden: Sie lösen einen stark stechenden Schmerz und Quaddeln aus, der Kontakt mit ihnen kann aber auch zu Übelkeit, Erbrechen und eventuell Bewusstlosigkeit führen.

Die Hautstellen, die von den Tentakeln der Feuerquallen berührt worden sind, sollten laut DAK-Ärztin Susanne Bleich mit Meerwasser oder Essig abgespült werden, um die Tentakel und Nesselzellen zu entfernen. Auch Rasierschaum kann helfen: Die entsprechenden Stellen dünn mit dem Schaum bedecken, trocknen lassen, dann vorsichtig abschaben. Taucher berichten, dass sie gute Erfahrungen machen, wenn sie die betroffenen Stellen mit Sand bestreuen und den abschaben, wenn er getrocknet ist.

Die Schmerzen können mit kühlenden Salben gegen Verbrennungen oder Insektenstiche oder mit Kühlkompressen gelindert werden. Sollten die Hautreizungen nicht besser werden oder Übelkeit und Erbrechen auftreten, gehen die Verletzten besser zum Arzt.

• Würfelqualle

Würfelquallen können für Menschen lebensgefährlich sein. Badende könnten mit der Qualle im Norden und Osten Australiens, in Thailand, auf den Philippinen und in der Karibik in Berührung kommen.

Die Quallen haben bis zu 60 teils mehrere Meter lange Tentakel. Diese sind mit Widerhaken versehen und hinterlassen auf der Haut ein charakteristisches „Strickleitermuster“. Das Gift dringt dann in den Körper ein, was zu Lähmungen und Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand führen kann.

• Portugiesische Galeere

Ähnliche Wirkungen wie die Würfelqualle kann laut Medizinern auch die Portugiesische Galeere haben, die eigentlich keine Qualle ist, sondern eine Seeblase. Man erkennt sie an einer bis zu 30 Zentimeter langen sackförmigen Gasblase, die auf dem Wasser treibt. Sie ist im westlichen Mittelmeer und im südlichen Atlantik auf. Der biologische Name ist Physalia Physalis.

Wer mit der Portugiesischen Galeere in Berührung kommt, kann sehr starke Schmerzen bekommen. Betroffene müssen sofort aus dem Wasser. Das Gift verursacht rote Quaddeln, die an einen Peitschenhieb erinnern. Gegen die Nesselzellen hilft nur Essig, mit dem man die betroffenen Stellen richtig einweichen sollte – dann muss der Patient ins Krankenhaus. Die Stellen sollten nicht mit Sand abgerieben werden, schmerzlindernde Salben sind wirkungslos.

Wer mit Salzwasserquallen in Berührung gekommen ist, sollte sich anschließend keinesfalls unter die Dusche stellen: Das Süßwasser führt nach Angaben von Experten erst recht dazu, dass die Nesselkapseln platzen und das Gift freigesetzt wird. Die betroffenen Körperstellen besser mit Meerwasser abwaschen, Helfer sollten nach Möglichkeit Schutzhandschuhe tragen.

So kann man Gefahren durch Quallen vermeiden:

  1. Den Quallen aus dem Weg gehen: Das ist ein einfacher Grundsatz, den die DLRG nennt. Schwimmer sollten Quallenansammlungen meiden, im Zweifel an der entsprechenden Stelle eben nicht baden.
  2. Wer am Strand spazieren geht, kann mit Badeschuhen verhindern, dass die Haut an den Füßen durch Quallengift verletzt wird, sollten viele Tiere ans Ufer gespült worden sein. Tote Quallen sollten nicht berührt werden.
  3. In manchen australischen und tropischen Gewässern gehen Urlauber besser nur im Neopren-Anzug baden. Der schützt vor dem lebensgefährlichen Kontakt mit der giftigen Würfelqualle. (moi/dpa)
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Fr, 10.08.2018, 10.49 Uhr