Smartphones im Auto gelten als hohes Unfallrisiko

Viele Autofahrer benutzen ihr Smartphone während der Fahrt - und werden damit zu einer großen Gefahr für sich und andere.
Viele Autofahrer benutzen ihr Smartphone während der Fahrt - und werden damit zu einer großen Gefahr für sich und andere.
Foto: dpa
Telefonieren am Steuer ist schon lange verboten, trotzdem tippen viele mal eben schnell eine WhatsApp-Nachricht ins Handy. Verkehrs-Experten fordern nun mehr Aufklärung über die gefährlichen Folgen.

Goslar.. Verboten ist das Telefonieren im Auto ohne Freisprecheinrichtung schon lange. Aber nach US-amerikanischen Studien lassen sich 25 Prozent aller Autofahrer nicht davon abhalten, während der Fahrt Gespräche mit dem Handy zu führen oder WhatsApp-Nachrichten zu beantworten. Jeder zehnte Verkehrsunfall werde dadurch verursacht, schätzt der Auto Club Europa (ACE).

Das Handy-Verbot am Steuer hatte der Deutsche Verkehrsgerichtstag, zu dessen 53. Tagung etwa 1900 Fachleute nach Goslar gekommen sind, schon vor Jahren erfolgreich gefordert. Damals ahnte noch niemand, dass kostenlose Dienste wie WhatsApp immer mehr Autofahrer dazu bringen, auch Text-Nachrichten während der Fahrt zu schreiben.

Auch Navis zählen zu modernen Kommunikationsgeräten

„Wer sich bei Tempo 130 für fünf Sekunden ablenken lässt, der legt 180 Meter im Blindflug zurück”, warnt etwa der ACE. „Die Erfahrung, es passiert ja nichts, verleitet dazu, das Handy weiter in die Hand zu nehmen“, weiß Ulrich Klaus Becker vom ADAC. Dass etwas geschehen muss, belegen bislang nur ausländische Studien.

In den meisten deutschen Bundesländern ermittelt die Polizei nicht, ob das Smartphone die Unfallursache sein könnte. Deshalb fordert etwa der ACE, auch in Deutschland zu untersuchen, wie groß das Unfallrisiko durch moderne Kommunikationsgeräte, dazu zählen auch Navis, tatsächlich ist.

Strengere Kontrollen

Auf schärfere Gesetze setzt fast kein Experte, weil die Erfahrung zeige, dass ein Handyverbot gar nicht kontrolliert werden kann. Aufklärung fordern die Fachleute. Wichtig sei, dass die Hersteller bei den Geräten stärker auf Sprachsteuerung setzen oder die Internet-Funktion während der Fahrt deaktivieren. Einigen sich die Hersteller nicht freiwillig, sei der Gesetzgeber gefordert. Rainer Hillgärtner vom ACE: „Wer sogar das Maß eines Rückspiegels festlegt, der ist auch verantwortlich für die Anwendungssicherheit von Smartphones im Auto.”

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