Senioren-Handys werden immer komfortabler

Kirsten Simon
Egal ob Handy oder Smartphone, die Technik muss nicht immer kompliziert sein.
Egal ob Handy oder Smartphone, die Technik muss nicht immer kompliziert sein.
Foto: Getty Images
Handys und Smartphones, die auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind, werden immer komfortabler – und obendrein schicker im Design.

Bonn. Kleines Gerät, komplexes Innenleben: Einige Mobiltelefone bieten heute so viele Funktionen, dass Nutzer diese ohne einen Doktor in Informatik gar nicht mehr alle nachvollziehen können. Hinzu kommt, dass eine starke Fingerfertigkeit und ein Adlerblick vorausgesetzt werden. Hier haben ältere Menschen oft das Nachsehen. Doch für sie gibt es immer mehr unkompliziertere Handys, die auch mit Beeinträchtigungen beim Sehen, Hören oder bei der Feinmotorik bequem bedient werden können.

Komfort-Handys im Test

Stiftung Warentest hat sich schon häufiger mit komfortablen Mobiltelefonen beschäftigt. Beim jüngsten Test dieser Art kamen die Prüfer zu dem Ergebnis, dass diese Geräte immer besser werden. Knapp drei Jahre zuvor sei nur ein Modell wirk­lich zu empfehlen gewesen. Im nächsten Test schnitten 8 von 15 Senioren­handys gut ab.

Testsieger wurden die Klapphandys Panasonic KX-TU327, dicht gefolgt vom PhoneEasy 612 des schwe­dischen Anbieters Doro (jeweils ca. 80 Euro). Dabei achteten die Tester auf kontrast­starke Displays, auf große, gut beschriftete Tasten, auf einen Notrufknopf und auf das Zusammenspiel mit dem Hörgerät.

Handy oder Smartphone?

Vom einfachen Handy bis zum Smartphone, das den Funktionsumfang eines Computers besitzt, bietet der Markt für jeden etwas. Vor dem Kauf sollte die Überlegung stehen, für welche Zwecke das Gerät genutzt werden soll. Als Faustregel empfiehlt die Seniorenliga: Wenn ausschließlich telefoniert werden soll, um beispielsweise im Notfall Hilfe zu holen, genügt ein herkömmliches Handy. Wer im Internet surfen, E-Mails abfragen, Videos anschauen oder ein Navigationsgerät nutzen möchte, entscheidet sich besser für ein Smartphone.

Eher ein Smartphone-Typ?

Die Vorteile eines Smartphones liegen auf der Hand, sagt Erhard Hackler aus dem Vorstand der Deutschen Seniorenliga: „Neben der Kommunikation mit Freunden, Kindern oder Enkeln können sich selbst körperlich eingeschränkte Menschen via Internet über Reisen, Krankenversicherungsleistungen oder Einkaufshilfen informieren und ihre Selbstständigkeit aufrechterhalten.“ Dank der hohen Bedienerfreundlichkeit moderner Senioren-Smartphones sei deren Nutzung für ältere und technikunerfahrene Menschen kein Problem mehr. Hackler rät, die Geräte zunächst gemeinsam mit Kind oder Enkel im Fachhandel auszuprobieren.

Darauf kommt es an

Beliebte Smartphones wie das iPhone von Apple oder das Samsung Galaxy gelten als komplex in der Menüführung. Im Unterschied dazu punkten aus Sicht der Seniorenliga Einsteigermodelle mit einer leicht verständlichen Oberfläche und schlanken Menüs. Anders als klassische Seniorenhandys kämen sie mit einem schicken Design daher und ließen sich an individuelle Bedürfnisse anpassen. „Achten Sie darauf, dass das Smartphone gut in der Hand liegt“, heißt es in dem Ratgeber „Einfach smart – Moderne Mobiltelefone für Ältere“.

Ebenfalls wichtig: Eine gute Reaktionsgeschwindigkeit des Touchscreens, also der Bedienoberfläche, und ein kontrastreiches Display. Dass Technik nicht kompliziert sein muss, beweisen Modelle, die über eine integrierte Anleitung verfügen, mit der sich Nutzer einfach durch die Navigation bewegen. Die Seniorenliga empfiehlt, nur zentrale Funktionen wie Telefon, Nachrichten und Kamera gut sichtbar in der Startansicht zu hinterlegen. Und: Kurzwahltasten mit Fotos für die drei wichtigsten Kontakte sorgen für eine unkomplizierte Kommunikation und Sicherheit im Notfall.