Senderchefs von ARD und ZDF kassieren viel nebenher

Der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator und jetzige WDR-Intendant Tom Buhrow im Regieraum des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Hamburg.
Der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator und jetzige WDR-Intendant Tom Buhrow im Regieraum des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Hamburg.
Foto: dpa
Die Chefs von ARD und ZDF kontrollieren nebenher Tochterfirmen der Sender. Firmen wie WDR Media Group oder die Bavaria. Dafür erhalten sie Aufwandsentschädigungen. Dabei kommen hübsche Summen zusammen. Tabellenführerin in Sachen Nebeneinkünfte war 2012 WDR-Intendantin Monika Piel.

Essen.. Die Senderchefs des gebührenfinanzierten Fernsehens kassieren nebenbei teilweise viel Geld für die Aufsicht von Tochterunternehmen. Bisher waren die Summen nirgendwo nachzulesen. Der „Spiegel“ veröffentlicht sie. Die Zahlen wurden auf Anfrage von den Sendern bestätigt.

Spitzenreiterin war 2012 die inzwischen ausgeschiedene WDR-Intendantin Monika Piel. Sie erhöhte ihr Einkommen durch Aufwandsentschädigungen für Nebentätigkeiten um 58 972 Euro. ZDF-Chef Thomas Bellut kassierte 33 291 Euro nebenher.

Zubrot für WDR-Intendant Buhrow auf 6000 Euro begrenzt

Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor strich 27.000 Euro zusätzlich ein, MDR-Kollegin Karola Wille brachte es auf knapp 22.000 Euro, Thomas Kleist vom Saarländischen Rundfunk verbuchte gut 16.000 Euro, SWR-Vormann Peter Boudgoust 14.000 Euro. Dagmar Reim vom RBB sackte 12.000 Euro extra ein, spendete davon 3000 Euro.

Der neue WDR-Intendant Tom Buhrow verdient inklusive Dienstwagen 367.232 Euro. Allerdings darf er – nach geänderten Regeln – nur 6000 Euro an Zusatzeinkünften behalten. Die ARD will – wie es auf Anfrage hieß – im Herbst eine Offensive für Kostentransparenz starten. Dazu gehöre auch eine verständliche Aufbereitung der Zahlen.

 
 

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